Bitcoin, Senat

Bitcoin: Senat zieht Notbremse

Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 08:37 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das Scheitern des Clarity Act belastet Bitcoin und Krypto-Aktien. Zugleich bleibt die US-Regulierung digitaler Vermögenswerte offen.

Bitcoin unter Druck: US-Senat stoppt Clarity Act
Ein Laptop-Bildschirm in einem dunklen Büro zeigt einen fallenden Aktienkursverlauf. Illustration mit AI erstellt.

Sieben Stimmen fehlten – und schon rutscht Bitcoin unter Druck. Der Clarity Act, das lange erwartete Regulierungswerk für den US-Kryptomarkt, ist im Senat an der Cloture-Hürde gescheitert. Für die Marktstimmung war das ein klarer Dämpfer, für die Regulierung digitaler Vermögenswerte bedeutet es: zurück auf Los.

Knappe Mehrheit verfehlt

Bei der Abstimmung ging es nicht um die endgültige Verabschiedung, sondern um die formale Aufnahme der Debatte über H.R. 3633. Dafür waren 60 Stimmen nötig – bei 53 republikanischen Sitzen brauchte es also gut sieben demokratische Überläufer.

Die kamen nicht zusammen, obwohl Republikaner nach eigenen Angaben mehr als 120 demokratische Änderungswünsche in den finalen Text eingearbeitet hatten, darunter ein Ethik-Rahmenwerk für Präsident, Vizepräsident, Kongressmitglieder und Bundesrichter.

Die Wyoming-Senatorin Cynthia Lummis, eine der prominentesten Krypto-Befürworterinnen im Senat, hatte im Vorfeld gewarnt, dass es kein zweites Zeitfenster geben werde. Scheitere die Abstimmung, sei das Gesetz für 2026 faktisch tot – die Vorwahlkampagnen zu den Midterms dürften die Agenda anschließend blockieren.

Genau das ist nun eingetreten. Vor dem Votum waren zudem Gespräche zwischen republikanischen und demokratischen Mitarbeitern abrupt beendet worden, Details dazu blieben unbestätigt.

Inhaltlich ging es um viel: Der Clarity Act sollte die Zuständigkeiten zwischen SEC und CFTC klar aufteilen und den meisten Token erstmals ein eindeutiges regulatorisches Zuhause geben. Zu den Streitpunkten zählten neben den Ethikregeln auch Stablecoin-Renditemodelle, die aus Sicht der Bankenbranche Einlagen aus dem klassischen Finanzsystem abziehen könnten.

Kurs reagiert deutlich

Bitcoin fiel nach dem Votum auf rund 76.000 US-Dollar und damit etwa vier Prozent tiefer, rund sieben Prozent unter das September-Hoch. Der Krypto-Gesamtmarkt verlor knapp drei Prozent auf 2,6 Billionen US-Dollar, während Derivatehändler binnen 24 Stunden Liquidationen von über 600 Millionen US-Dollar verzeichneten – der Großteil davon Long-Positionen.

Auch Krypto-Aktien gaben nach: Coinbase verlor im NASDAQ-Handel rund neun Prozent, Strategy knapp fünf Prozent, Robinhood etwas mehr als drei Prozent. Der Fear-&-Greed-Index lag trotz der Verluste noch im Bereich "Gier" – ein Hinweis darauf, dass die Positionierung vor dem Rückschlag optimistisch war.

Fed-Entscheid rückt in den Fokus

Mit dem Scheitern im Senat bleibt die regulatorische Unsicherheit für den US-Kryptomarkt bestehen. Bereits am Mittwoch folgt der nächste möglicherweise kursbewegende Termin: Die Federal Reserve entscheidet über ihren Leitzins, begleitet von neuen Wirtschaftsprognosen und einer Pressekonferenz. Für Bitcoin und die Krypto-Branche verdichten sich damit binnen weniger Tage zwei Belastungsproben zu einem einzigen Nervenpunkt.

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