Bitcoin, Senat

Bitcoin: Senat bremst Kurs

Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 02:37 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach dem gescheiterten US-Gesetz fällt Bitcoin auf rund 76.000 Dollar. Der Fed-Termin und ein Deutsche-Bank-Projekt prägen den Kryptomarkt.

Bitcoin unter Druck: US-Senat stoppt Clarity Act
Nahaufnahme einer Hand an einem Schreibtisch vor einem unscharfen Monitor mit Finanzmarktdaten. Illustration mit AI erstellt.

Ein gescheitertes Gesetz und ein bevorstehender Zinsentscheid – für Bitcoin kommt es an diesem Mittwoch dicke. Der US-Senat hat den Clarity Act mit 49 zu 50 Stimmen gestoppt. Genau das Regelwerk, das der Kryptobranche endlich einen verlässlichen rechtlichen Rahmen in den USA geben sollte.

Bitcoin fiel im Zuge dessen auf rund 76.000 Dollar. Die Reaktion zeigt, wie sehr der Markt auf regulatorische Klarheit gehofft hatte.

Warum der Clarity Act so wichtig war

Der Gesetzentwurf galt lange als zentrales Vorhaben der Trump-Regierung, um Kryptowährungen einen klar definierten Platz im US-Finanzsystem zu geben. Streitpunkte waren unter anderem Regeln gegen Insiderhandel durch Bundesbeamte sowie die Behandlung von Zinszahlungen auf Stablecoins. Diese Differenzen zogen sich über Monate hin und kosteten das Gesetz letztlich die nötige Mehrheit.

Ein endgültiges Aus ist die Abstimmung zwar nicht – eine erneute Vorlage in einer späteren Sitzung bleibt möglich. Kurzfristig gilt ein neuer Anlauf im Kongress aber als unwahrscheinlich. Coinbase-Chef Brian Armstrong wies darauf hin, dass Aufsichtsbehörden wie SEC und CFTC durchaus auch ohne Kongressbeschluss vergleichbare Regelungen schaffen könnten – solche Schritte blieben allerdings anfällig für politische Kurswechsel.

Die Marktreaktion fiel breit aus. Ether verlor rund 3,3 Prozent, XRP büßte über acht Prozent ein und auch Solana sowie Cardano gaben spürbar nach. Der Ausverkauf traf damit nicht nur Bitcoin, sondern den gesamten Kryptomarkt gleichermaßen.

Der Fed-Termin als zweite Hürde

Während der Markt die gescheiterte Abstimmung noch verdaut, richtet sich der Blick bereits auf die Federal Reserve. Ein Zinsschritt von 25 Basispunkten gilt als weitgehend eingepreist, entscheidend dürfte aber der Ton von Fed-Chef Kevin Warsh sein.

Hält er am strikten Inflationsziel von zwei Prozent fest, könnte das auf eine restriktivere Ausrichtung für die kommenden Monate hindeuten. Höhere Zinsen schmälern erfahrungsgemäß die Attraktivität spekulativer Anlageklassen wie Bitcoin.

Nicht jede Nachricht des Tages fiel negativ aus. Die Deutsche Bank kündigte an, noch in diesem Jahr einen Custody-Service für digitale Assets für institutionelle und Unternehmenskunden in Europa starten zu wollen – vorbehaltlich regulatorischer Freigabe.

Unterstützt werden sollen zunächst Bitcoin, Ether sowie ausgewählte Stablecoins. Das Angebot richtet sich an Vermögensverwalter, Hedgefonds, Broker und staatliche Institutionen und soll um tokenisierte Finanzinstrumente erweiterbar sein.

Für Bitcoin bleibt die Gemengelage aus politischem Rückschlag und geldpolitischer Unsicherheit an diesem Mittwoch das bestimmende Thema. Die Fed-Entscheidung am Nachmittag dürfte zeigen, ob sich der Abwärtsdruck fortsetzt oder ob institutionelle Projekte wie das der Deutschen Bank mittelfristig für Gegengewicht sorgen können.

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