Bitcoin: Nahost-Sorgen bremsen Erholung
Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 12:16 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kaum hat der Kurs den Juli mit einem Plus von 7,5 Prozent abgeschlossen, zieht eine Schlagzeile aus dem Nahen Osten den Bitcoin-Kurs wieder nach unten. Die eskalierende Lage zwischen den USA und dem Iran drückte die Notierung am Wochenende unter die Marke von 63.000 Dollar.
Am Sonntagmorgen erholte sich der Kurs wieder auf rund 63.400 Dollar – ein Plus von gut einem Prozent binnen 24 Stunden. Ausgelöst hatte den vorherigen Rückgang keine Nachricht aus der Kryptowelt selbst, sondern rein geopolitischer Druck.
Wenig Hebel, viel Nervosität
Auffällig: Trotz der Unruhe blieben die täglichen Liquidationen unter der üblichen Spanne von 400 bis 500 Millionen Dollar. Der Grund liegt im Ausverkauf Ende Juni, als der Kurs kurzzeitig unter 58.000 Dollar fiel und einen Großteil der gehebelten Positionen aus dem Markt spülte. Der Kryptomarkt ging dadurch mit weniger Fremdkapital in den August als der Aktienmarkt – ein Puffer, der größere Ausschläge bislang verhindert hat.
Auch ein Sicherheitsvorfall bei der Hardware-Wallet Coldcard konnte den Kurs kaum erschüttern. In der Nacht zum Freitag verschwanden Bitcoin aus alten Wallets; Galaxy Research bezifferte den Schaden später auf 1.082 BTC, umgerechnet rund 70 Millionen Dollar. Der Markt nahm die Nachricht praktisch ohne Kursreaktion hin.
Regulierer nehmen Binance-Umfeld ins Visier
Parallel zur Marktlage rückt ein Compliance-Fall in den Fokus: Die unlizenzierte Dubai-Börse Shelbit soll nach Recherchen mindestens 676 Millionen Dollar an Binance weitergeleitet haben – Gelder, die mit dem iranischen Zentralbank-Umfeld und der Revolutionsgarde in Verbindung gebracht werden. Binance erklärte, Shelbit selbst habe nie ein eigenes Konto auf der Plattform gehalten, betroffene Nutzerkonten seien eingefroren und den Behörden gemeldet worden. Die Dubaier Aufsicht VARA hatte Shelbit bereits im Januar 2025 wegen unlizenzierter Tätigkeit mit einer Geldstrafe belegt und Ende Juli eine Anordnung zur Einstellung des Betriebs erlassen.
Charttechnik bleibt angespannt
Auf dem Vier-Stunden-Chart zeichnet sich eine Bärenflagge ab, die den Halt über 63.000 Dollar infrage stellt. Ein Schlusskurs unterhalb der gleitenden Durchschnittslinie bei rund 63.100 Dollar könnte eine Bewegung Richtung 61.300 Dollar auslösen, im negativen Szenario sogar bis 57.800 Dollar. Erst drei aufeinanderfolgende Schlusskurse über der Marke gälten als Bestätigung für eine Fortsetzung nach oben.
Trotz der kurzfristigen Nervosität hält Standard Chartered an seinem Jahresendziel von 100.000 Dollar fest – ein Anstieg von knapp 59 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau. Ob der Kurs diesen Weg findet, dürfte zunächst davon abhängen, wie sich die Lage im Nahen Osten in den kommenden Tagen entwickelt.
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