Bitcoin: Mehrfacher Gegenwind belastet Kurs
Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 17:38 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Drei Baustellen gleichzeitig, ein Kurs unter Druck: Bitcoin kämpft aktuell nicht nur mit dem größten Verkäufer der eigenen Anlegerklasse, sondern auch mit einer Sicherheitslücke bei Hardware-Wallets und einem drohenden Rückschlag in Washington. Der Kurs notiert derzeit knapp über 62.000 Dollar, nach einem Rückgang von 4,1 Prozent in der vergangenen Woche.
Saylor verkauft weiter
Strategy, das von Michael Saylor mitgegründete Bitcoin-Treasury-Unternehmen, hat zwischen dem 27. Juli und dem 2. August weitere 1.638 BTC verkauft. Der Erlös von rund 104,7 Millionen Dollar floss in Dividendenzahlungen auf Vorzugsaktien und in Rückkäufe der Anleihe STRC. Der Gesamtbestand sank damit auf 843.138 BTC, aktuell etwa 52,6 Milliarden Dollar wert — bei einem durchschnittlichen Einstandspreis von 75.419 Dollar sitzt Strategy derzeit auf Buchverlusten von rund 10,9 Milliarden Dollar.
Die Verkäufe sind Teil eines neuen "Digital Credit Capital Framework": Strategy hat sein Bitcoin-Monetarisierungsprogramm auf bis zu 5 Milliarden Dollar ausgeweitet, um Dividenden, Zinszahlungen und Rückkäufe zu finanzieren. Saylors sonntägliche Ankündigungen auf X, früher verlässlicher Vorbote neuer Käufe, sind zuletzt kryptischer geworden — ein Hinweis darauf, dass sich die Strategie des Unternehmens verschoben hat.
Coldcard-Hack schürt Unsicherheit
Parallel dazu sorgt eine Sicherheitslücke bei Coldcard-Hardware-Wallets für Bewegung im Netzwerk. Am 31. Juli wurden Kleinsttransfers unter einem Bitcoin im Volumen von 39.600 BTC — umgerechnet rund 2,5 Milliarden Dollar — verschoben, so viel wie seit dem FTX-Kollaps im November 2022 nicht mehr. Ein Teil davon, etwa 7.300 BTC, landete auf Börsen.
Der Fehler geht auf einen Firmware-Bug aus dem März 2021 zurück, der Seed-Phrasen aus einem viel zu kleinen Zahlenraum erzeugte. Bislang wurden über mehrere Angriffswellen rund 1.816 BTC gestohlen, Wert etwa 114 Millionen Dollar — eine vierte Welle läuft nach Einschätzung von Sicherheitsforschern derzeit noch. Kraken-Sicherheitschef Nick Percoco bezeichnete den Vorfall als Weckruf für die gesamte Hardware-Wallet-Branche.
Clarity Act vor der Entscheidung
Zur Verunsicherung trägt zusätzlich die Hängepartie um den Clarity Act bei, der US-Bundesgesetzentwurf zur Aufteilung der Krypto-Zuständigkeiten zwischen SEC und CFTC. Der Senat hat nur noch bis zur Sommerpause am 7. August Zeit, das Gesetz zu verabschieden. Analysten von Bernstein rechnen bei einem Scheitern zunächst mit einer negativen Marktreaktion, erwarten aber, dass die Aufsichtsbehörden über das laufende "Project Crypto" eigenständig nachziehen und mit klareren Regeln für Token und Selbstverwahrung reagieren würden.
Die kommenden Tage entscheiden, ob Washington noch ein Signal für regulatorische Klarheit liefert. Bis zum 7. August muss der Senat handeln — verstreicht die Frist ohne Abstimmung, dürfte der Ball vorerst bei SEC und CFTC liegen.
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