Bitcoin, JPMorgan

Bitcoin: JPMorgan rechnet langfristig mit zehn Prozent

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 04:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
JPMorgan Asset Management kalkuliert für Bitcoin über 10 bis 15 Jahre mit zehn Prozent Jahresrendite und deutlich höherer Volatilität.
Eine physische Bitcoin-Münze auf einem Schreibtisch in einem modernen Büro vor einer verschwommenen Skyline. Illustration mit AI erstellt.

JPMorgan nimmt Bitcoin erstmals in ihre langfristigen Kapitalmarktannahmen auf. Die Bank traut der Kryptowährung über die nächsten Jahre mehr zu als Aktien, Anleihen und Gold. Kurzfristig hängt der Kurs allerdings an der US-Notenbank.

Prognose mit großer Bandbreite

Im Bericht "Long-Term Capital Market Assumptions 2027" erwartet JPMorgan Asset Management für Bitcoin eine aufgezinste Jahresrendite von 10 Prozent über 10 bis 15 Jahre. Große US-Aktien kommen demnach auf 7,5 Prozent, kleinere auf 7,7 Prozent. Gold liegt bei 5,5 Prozent.

Die Szenarien streuen weit. Im optimistischen Fall steigt Bitcoin jährlich um 17 Prozent, im pessimistischen sinkt er um 9,7 Prozent. Die Volatilität setzt die Bank mit 55 Prozent an, rund dreimal so hoch wie bei Aktien oder Gold.

Auffällig ist der Unterschied zur rechnerischen Durchschnittsrendite von 20,9 Prozent. Zwischenzeitliche Verluste fressen langfristig viel Ertrag auf. Portfoliomanagerin Sheena Shah und Stratege Dennis Cristallo bezeichnen Bitcoin weiter als spekulative Anlage, die von Geldpolitik, Regulierung und Akzeptanz abhängt. Eine Kaufempfehlung ist die Studie nicht.

Kurzfristig zählt die Fed

Aktuell notiert Bitcoin bei rund 81.500 Dollar, kaum verändert zum Vortag. Der Markt wartet ab. Der US-Verbraucherpreisindex für September stieg auf 3,7 Prozent und lag damit über der Prognose von 3,6 Prozent. Bitcoin gab nach der Veröffentlichung zeitweise rund 1.200 Dollar nach.

Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bei der Fed-Sitzung am 27. und 28. Oktober sprang auf rund 45 Prozent, nach etwa 17 Prozent zuvor. Der Arbeitsmarktbericht fiel zugleich schwach aus. Die Notenbank steckt damit in einem Dilemma.

Charttechnisch gilt die Zone um 80.000 Dollar als Schlüssel, dort verläuft der 50-Tage-Durchschnitt. Der Optionsverfall über 2,25 Milliarden Dollar in Bitcoin und Ethereum hielt die Kurse heute in enger Spanne.

Neues Renditeprodukt in Arbeit

Am Rande tut sich im Bitcoin-Ökosystem etwas. Das Start-up Nectar Group, Entwickler der Ertragsplattform HoneyB, sammelte 5 Millionen Dollar ein. Nutzer sollen Bitcoin als Sicherheit hinterlegen, Stablecoins leihen und diese in Anleihen- oder Kreditstrategien anlegen.

Angestrebt sind 2 bis 4 Prozent Rendite auf den Bitcoin-Bestand nach Kosten, garantiert ist nichts. Der Start ist für das vierte Quartal 2026 geplant, zunächst für institutionelle Investoren außerhalb der USA.

Hält die 80.000-Dollar-Marke bis zur Fed-Entscheidung, bleibt die bullische Struktur intakt. Fällt sie nach einer Zinserhöhung, rückt der Bereich darunter in den Blick.

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