Bitcoin, Geopolitik

Bitcoin: Geopolitik bremst den Höhenflug

Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 02:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Geopolitische Spannungen drücken Bitcoin auf rund 83.000 Dollar, während Strive und Strategy ihre Bestände ausbauen.

Bitcoin gibt nach Trumps Iran-Absage nach, Treasury-Käufe laufen weiter
Ein physischer Bitcoin auf einem Schreibtisch vor einer verschwommenen Skyline bei Dämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Nach der starken Rally der vergangenen Wochen gerät Bitcoin am Montag ins Straucheln. Die Kryptowährung fällt auf rund 83.000 Dollar, ein Minus von etwa 1,8 Prozent binnen 24 Stunden. Auslöser ist nicht der Kryptomarkt selbst, sondern ein geopolitischer Nackenschlag: Donald Trump lehnte einen iranischen Plan zur Beendigung der Feindlichkeiten und zur Wiederöffnung der Straße von Hormus ab.

Ölhändler reagierten prompt. Brent-Rohöl sprang zurück über die Marke von 100 Dollar je Barrel, ein stärkerer Dollar und steigende Anleiherenditen folgten. Für Bitcoin und Gold als nicht verzinsliche Anlagen ist diese Kombination Gegenwind.

Charttechnik bleibt bullisch

Verglichen mit dem Kursgewinn aus August und September, als Bitcoin von rund 75.000 Dollar auf ein Hoch nahe 87.354 Dollar kletterte, wirkt der aktuelle Rücksetzer moderat. Der gleitende 50-Tage-Durchschnitt liegt weiterhin über dem 200-Tage-Durchschnitt — ein sogenannter Golden Cross, der seit dem Ausbruch im September Bestand hat. Der RSI notiert bei 58,7 und signalisiert damit bullische, aber nicht überkaufte Marktverfassung.

Die Derivatemärkte zeigen unterdessen deutliche Nervosität. Long-Positionen wurden binnen 24 Stunden in Höhe von rund 386,5 Millionen Dollar zwangsliquidiert, deutlich mehr als die 88 Millionen Dollar auf der Short-Seite. Das lopsided Verhältnis zeigt: gehebelte Bullen wurden beim Rückgang aus dem Markt gedrängt.

Treasury-Firmen kaufen unbeirrt weiter

Während der Kurs schwankt, bauen bitcoinorientierte Treasury-Unternehmen ihre Bestände weiter aus. Strive erwarb in der vergangenen Woche 1.107 BTC für rund 94,5 Millionen Dollar, zu einem Durchschnittspreis von 85.396 Dollar je Coin. Damit wächst der Gesamtbestand des Dallas-Unternehmens auf 27.462 BTC, aktuell etwa 2,3 Milliarden Dollar wert.

Finanziert wurde der Kauf größtenteils über die variable Vorzugsaktie SATA, die laut CEO Matt Cole 85 Prozent des Kapitals stellte. Strive rangiert damit auf Platz fünf der größten öffentlichen Bitcoin-Halter, hinter Strategy, Twenty One Capital, Metaplanet und MARA. Um Twenty One mit dessen 43.514 BTC bis Jahresende einzuholen, müsste Strive wöchentlich rund 1.235 Coins zukaufen.

Auch Marktführer Strategy blieb aktiv und stockte seinen Bestand um 1.665 BTC auf einen Rekordwert von 847.666 BTC auf. Die Spot-Bitcoin-ETFs verzeichnen derweil weiterhin netto Zuflüsse, ein Trend, der seit Mitte September anhält und institutionelle Nachfrage stützt, selbst wenn der Kurs kurzfristig nachgibt.

Die kommende Woche bringt mit JOLTS-Daten am Dienstag, dem bevorzugten Inflationsmaß der Fed am Mittwoch und dem US-Arbeitsmarktbericht am Freitag gleich drei Termine, die die Zinserwartungen für die Fed-Sitzung Ende Oktober prägen dürften. Der CME FedWatch-Indikator preist aktuell eine Wahrscheinlichkeit von rund 64 Prozent für eine weitere Zinserhöhung ein — vor wenigen Tagen lag dieser Wert noch bei 75 Prozent.

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