Bitcoin, Flaute

Bitcoin: Die stillste Flaute seit 2019

Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 19:47 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bitcoin verharrt trotz günstiger Inflationszahlen in enger Handelsspanne. Analysten werten die ausbleibende Reaktion als Zeichen fehlender Marktnachfrage.

Bitcoin-Kurs: Markt zeigt ungewohnte Ruhe trotz positiver US-Inflationsdaten
Ein minimalistischer, moderner Schreibtisch in einem ruhigen Büro mit weichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Bitcoin klebt unter der Marke von 64.000 Dollar, und das schon seit Wochen. Was auffällt: Selbst gute Nachrichten lösen keine Kaufwelle mehr aus. Genau diese Reaktionslosigkeit bereitet Analysten mehr Sorgen als jeder einzelne schlechte Datenpunkt.

Am Mittwoch kam der Verbraucherpreisindex für Juli praktisch wie erwartet herein, die Kernrate rutschte sogar leicht auf 2,5 Prozent. Am Donnerstag folgten schwache Erzeugerpreise, die eigentlich Risikoappetit hätten wecken sollen. Bitcoin bewegte sich trotzdem kaum. Die Analysten von Glassnode bringen es auf den Punkt: Eine schwache Reaktion auf gute Nachrichten sei selbst ein Warnsignal — sie deute darauf hin, dass echte Nachfrage schlicht fehlt.

Zwischen zwei Preiszonen gefangen

Der Kurs sitzt derzeit knapp über dem Median-Einstandspreis aller Coin-Halter bei rund 63.000 Dollar und unterhalb der durchschnittlichen Einstiegskosten kurzfristiger Käufer bei 68.700 Dollar. Seit fast drei Monaten bewegt sich Bitcoin in genau diesem schmalen Korridor, während die Handelsvolumina spürbar austrocknen. Das Spot-Handelsvolumen ist laut Glassnode auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Datenreihe im Jahr 2019 gefallen — ein Ausdruck dessen, was die Analysten schlicht als Marktapathie bezeichnen.

Auf der Verkäuferseite zeigen sich erste Ermüdungserscheinungen: Der Anteil der im Gewinn liegenden Coins nähert sich Tiefstständen aus früheren Bärenmärkten. Auf der Käuferseite bleibt dagegen die entscheidende Bestätigung aus. Zwar drehten die Netto-Zuflüsse in US-Spot-ETFs Ende Juli erstmals seit Monaten wieder ins Plus, das Volumen bleibt aber ein Bruchteil vergangener Akkumulationsphasen. Am Mittwoch verzeichneten die ETFs sogar Abflüsse von 61 Millionen Dollar, bei einem Tagesvolumen von 1,19 Milliarden Dollar — weit entfernt vom Februar-Hoch von 14,7 Milliarden Dollar.

Gespaltene Einschätzungen unter Analysten

Simon-Peter Massabni von XS.com sieht die Zone zwischen 60.000 und 65.000 Dollar als entscheidend, belastet zusätzlich durch nachlassende Hoffnungen auf eine Entspannung im Nahost-Konflikt und jüngste Bitcoin-Verkäufe des Unternehmens Strategy. Ein klarer Bruch unter 60.000 Dollar könnte laut Massabni weiteren Verkaufsdruck auslösen. Andere Stimmen lesen dieselben Daten optimistischer: Martin Gaspar von FalconX verweist auf Optionsaktivität, die auf weniger Pessimismus hindeutet, während Matt Mena von 21shares in den jüngsten Daten eher einen Katalysator als eine Warnung sieht und eine Bewegung Richtung 70.000 bis 75.000 Dollar bis Monatsende für plausibel hält.

Die Marken für die kommenden Tage sind damit klar gesetzt: 68.700 Dollar als Widerstand, 58.500 Dollar als Unterstützung. Ein Ausbruch über die erste Marke bei steigendem Volumen und anziehenden ETF-Zuflüssen würde die Erholungsthese stützen. Ein Bruch der unteren Marke bei dünner Liquidität hätte das gegenteilige Signal zur Folge.

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