Bitcoin: Demokraten dämpfen die Wahlfreude
Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 10:33 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Erholung nach den US-Zwischenwahlen verliert an Schwung. Bitcoin rutschte im US-Handel auf rund 79.000 Dollar, nachdem die Kryptowährung zuvor kurz die Marke von 80.000 Dollar gestreift hatte. Der Grund: Die Demokraten haben beide Kammern des Kongresses gewonnen, und das schürt Sorgen um die Krypto-Regulierung.
Risikoappetit trifft auf Regulierungssorgen
Zunächst hatte der Wahlausgang eine große Unsicherheit beseitigt. Risikoreiche Anlagen legten zu, der Dollar gab nach, Renditen und Ölpreis sanken. Zusätzlich half, dass Präsident Trump zusagte, das Ergebnis zu akzeptieren und mit den Demokraten zu arbeiten.
Bitcoin profitierte, kam aber nicht weit. Eine demokratisch geführte Kammer hat Krypto historisch strenger beaufsichtigt. Die Partei war maßgeblich daran beteiligt, das Clarity-Gesetz zu blockieren, ein zentrales Regulierungsvorhaben. Außerdem stammt ein Großteil der bisherigen Krypto-Initiativen aus dem republikanischen Lager. Marktteilnehmer stellen sich deshalb auf eine zähere Gesetzgebung ein.
Zu Wochenbeginn hatte Bitcoin noch nahe 75.000 Dollar notiert. Auf Wochensicht steht ein Minus von gut einem Prozent.
Short-Squeeze und ETF-Zuflüsse
Die jüngste Bewegung nach oben war auch technisch getrieben. Binnen 24 Stunden wurden Krypto-Positionen im Wert von 730 Millionen Dollar liquidiert, davon entfielen 448 Millionen auf Short-Wetten. Gestern lagen die Gesamtliquidationen noch bei 452 Millionen.
Die US-Spot-ETFs verzeichneten am Mittwoch Nettozuflüsse von 75 Millionen Dollar, nach Abflüssen am Vortag. Fidelitys FBTC sammelte 237 Millionen Dollar ein, während der Marktführer IBIT 201 Millionen Dollar verlor. Beim Börsenwert rangiert Bitcoin inzwischen auf Platz 12 aller Assets, zwischen Meta und Broadcom.
Miner verkaufen, Institutionelle bauen aus
Belastend wirkte zudem Riot Platforms. Der Miner verkaufte im dritten Quartal 10.599 Bitcoin und schrumpfte seinen Bestand auf 2.418 Coins. Das Geld fließt vor allem in den Umbau Richtung künstliche Intelligenz. Marktbeobachter fragen sich, wie profitabel Mining noch ist. Der Verkauf fiel in ein starkes Quartal mit einem Kursplus von rund 43 Prozent, was den Preisdruck abfederte.
Auf der Infrastrukturseite tut sich derweil etwas. Anchorage Digital beantragte eine Registrierung als Swap Dealer bei der Derivateaufsicht CFTC. Nach einer Genehmigung will das Institut europäische Optionen auf Bitcoin und Ether mit Laufzeiten bis zu einem Jahr anbieten. Einen Zeitplan nannte das Unternehmen nicht.
Kurzfristig dürfte der Markt zwischen 75.000 und 80.000 Dollar pendeln. Nach oben bremst die Regulierungsdebatte, nach unten stützen bislang die ETF-Zuflüsse.
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