Bitcoin, BIP-110-Fork

Bitcoin: BIP-110-Fork scheitert nach zwei Blöcken

Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 04:07 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bitcoin bleibt trotz gescheitertem Fork und schwacher US-Daten stabil. Anleger fokussieren sich auf Inflationszahlen und die Senatsabstimmung zum CLARITY Act.

Bitcoin trotzt Turbulenzen: Kurs stabil bei 64.840 USD trotz Fork-Fiasko
Abstrakte Visualisierung eines Blockchain-Netzwerks mit digitalen Knotenpunkten. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Krypto-Leitwährung Bitcoin hat sich zum Wochenauftakt als robust gegenüber technischen und makroökonomischen Turbulenzen erwiesen. Trotz eines fehlgeschlagenen Abspaltungsversuchs der Blockchain und enttäuschender US-Konjunkturdaten stabilisierte sich der Kurs bei 64.840,00 USD. Anleger blicken nun gespannt auf die kommenden Inflationsdaten und eine richtungsweisende Abstimmung im US-Senat.

Gescheiterter Fork BIP-110 findet kaum Rückhalt

Am gestrigen Sonntag scheiterte der Versuch einer Netzwerk-Abspaltung, der unter der Bezeichnung „BIP-110“ als Anti-Spam-Maßnahme geplant war. Nach der Produktion von lediglich zwei Blöcken innerhalb von acht Stunden kam die neue Kette zum Stillstand. Während der Fork bei Block 961.632 startete, zog die Hauptkette mit hoher Geschwindigkeit davon und lag zeitweise 88 Blöcke vorn.

Die Unterstützung für die Abspaltung blieb marginal. Lediglich 2,53 Prozent der Miner-Rechenleistung signalisierten Unterstützung für das Vorhaben. Michael Saylor kritisierte den Versuch und wies darauf hin, dass 99,85 Prozent der Hashpower auf der bestehenden Hauptkette verblieben. Experten von SlowMist Cosine erklärten das Experiment für gescheitert und gaben Entwarnung bezüglich möglicher Angriffsrisiken durch Transaktions-Wiederholungen.

US-Arbeitsmarkt und Zins-Spekulationen treiben Volatilität

Parallel zum technischen Geschehen sorgten schwache US-Arbeitsmarktdaten für Bewegung an den Märkten. Die Zahl der neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft sank im Juli überraschend um 23.000, während Analysten ein Plus von mindestens 80.000 erwartet hatten. Die Arbeitslosenquote verharrte bei 4,1 Prozent.

Diese Abkühlung der US-Wirtschaft dämpft die Erwartungen an künftige Zinserhöhungen der Federal Reserve deutlich. Laut Daten der Prognoseplattform Polymarket stieg die Wahrscheinlichkeit für eine Zinspause im September auf 66 Prozent. Der Fokus der Marktteilnehmer verschiebt sich nun auf Mittwoch, wenn die neuen US-Verbraucherpreisdaten (CPI) veröffentlicht werden. Sie gelten als nächster großer Test für die kurzfristige Kursentwicklung.

Regulatorische Hürden und institutionelle Zuflüsse

In Washington rückt die Regulierung digitaler Vermögenswerte wieder in den Vordergrund. Der Mehrheitsführer im Senat, John Thune, hat für den 15. September eine Abstimmung über den sogenannten CLARITY Act angesetzt. Das Gesetzesvorhaben soll erstmals einen föderalen Rechtsrahmen für Kryptowährungen in den USA schaffen. Die Hürden sind jedoch hoch: Für die Verabschiedung sind 60 Stimmen erforderlich, was die Zustimmung von mindestens sieben Demokraten voraussetzt. Analysten von Galaxy Research schätzen die Erfolgsaussichten für das laufende Jahr derzeit nur noch auf 30 Prozent.

Trotz dieser Unsicherheit bleibt das institutionelle Interesse bestehen. Der Bitcoin ETF von Bitwise verzeichnete am Freitag frische Zuflüsse in Höhe von 1,75 Millionen USD. Matt Hougan, CIO von Bitwise, prognostiziert langfristig ein massives Potenzial durch institutionelles Kapital. Seiner Einschätzung nach könnte eine einprozentige Allokation durch Großanleger den Kurs bis zum Jahr 2035 auf 1,3 Millionen USD treiben. Aktuell notiert die Kryptowährung mit einem Abstand von -48,62 Prozent deutlich unter ihrem 52-Wochen-Hoch.

Sicherheitsvorfall bei Hardware-Wallets belastet Stimmung

Überschattet wurde das Marktgeschehen durch Berichte über erhebliche Verluste bei Nutzern von Coldcard-Hardware-Wallets. Ein Firmware-Fehler führte am 30. Juli zu einem unbefugten Abfluss von rund 2.055 Bitcoin, was einem Gegenwert von etwa 133 Millionen USD entspricht. Dennoch bleibt die technische Verfassung des Marktes neutral. Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt derzeit bei einem Wert von 53,9 und deutet damit weder auf eine überkaufte noch auf eine überverkaufte Marktsituation hin.

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