BioNTech, Aktie

BioNTech Aktie: Günstiger Einstieg nach Rücksetzer?

Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 16:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de

BioNTechs Krebsforschung liefert positive Studiendaten, während das Impfgeschäft nachlässt und die Umsatzprognose auf 1,6 bis 1,9 Milliarden Euro sinkt.

BioNTech-Aktie nach Rücksetzer: Krebs-Pipeline stärkt Perspektiven
Moderne Labortechnik und molekulare Strukturen in einem professionellen biotechnologischen Umfeld. Illustration mit AI erstellt.

Ein Labor, eine gefloppte Studie, und trotzdem spricht die halbe Börse über eine ganz andere Zahl: 18,5 Monate. So lange überlebten Lungenkrebs-Patienten unter BioNTechs neuem Wirkstoff Gotistobart im Schnitt — fast doppelt so lang wie unter der bisherigen Chemotherapie. Während der Corona-Impfstoff Comirnaty an Bedeutung verliert, wächst im Hintergrund eine Pipeline heran, die plötzlich ernst genommen wird.

Die Pipeline liefert, das Impfgeschäft schrumpft

BioNTech steckt mitten im Umbau. Auf dem Weltkongress für Lungenkrebs in Seoul präsentierten die Mainzer zusammen mit Partner OncoC4 aktualisierte Daten zu Gotistobart. Das Sterberisiko sank um 44 Prozent gegenüber der Standardtherapie — Zahlen, die eine ganze Branche aufhorchen lassen.

Nicht alles läuft rund. Eine Studie zu einem mRNA-Impfstoff gegen Darmkrebs wurde abgebrochen, das Geschäft mit dem Corona-Impfstoff schrumpft weiter. Die Jahresprognose wurde entsprechend auf 1,6 bis 1,9 Milliarden Euro gesenkt. Dass Vorstandschef Ugur Sahin zuletzt wiederholt Aktien verkaufte, sorgt zusätzlich für Diskussionsstoff unter Anlegern.

Die Substanz bleibt trotzdem beeindruckend. Über 16 Milliarden Euro Liquidität liegen in der Kasse — genug, um die laufende Forschung komplett durchzufinanzieren. Neben Gotistobart laufen aktuell 15 weitere Phase-3-Studien, vor allem in den Bereichen Brust-, Lungen- und Prostatakrebs.

Der gemeinsam mit Bristol Myers Squibb entwickelte Antikörper Pumitamig zeigte zuletzt ebenfalls hohe Ansprechraten. Bis 2030 will BioNTech zehn Krebsmedikamente zur Zulassung bringen — ein ambitioniertes Ziel, das die breite Aufstellung über mehrere Wirkstoffkandidaten zumindest etwas plausibler macht.

Charttechnik zeigt entspanntere Bewertung

Der Titel hat seit dem Jahreshoch bei gut 120 US-Dollar vor wenigen Wochen spürbar Federn gelassen, notiert aber weiterhin klar über dem Jahrestief vom März. Nach dem starken Anstieg und dem anschließenden Abverkauf wirkt die Bewertung inzwischen deutlich entspannter. Nach unten zeigt sich eine Zone zwischen 90 und 95 US-Dollar, die als Absicherung dienen könnte.

Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 97,64 US-Dollar und wurde in der jüngsten Vergangenheit bereits mehrfach überwunden. Gelingt der Rebound, wäre eine Bewegung Richtung 120 US-Dollar durchaus vorstellbar.

Die Mischung aus schwächelndem Impfstoffgeschäft und einer Onkologie-Pipeline, die endlich belastbare Ergebnisse liefert, macht die Aktie für Analysten wieder interessant. Ob sich das aktuelle Kursniveau tatsächlich als günstiger Einstiegspunkt erweist, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie sich die laufenden Phase-3-Programme in den kommenden Quartalsmeldungen entwickeln.

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