BioNTech Aktie: Comirnaty-Zulassung in Kanada verpufft
Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 19:17 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die BioNTech-Aktie verlor am heutigen Freitag 2,6 Prozent und schloss den Handel bei 83,80 Euro. Der Rückgang wirkt wie eine Konsolidierung, nachdem Anleger zuvor positive Onkologie-Nachrichten eingepreist hatten. Zugleich lastet die Nachricht über eine neue Impfstoff-Zulassung nicht als Kurstreiber, sondern erinnert an die strukturellen Herausforderungen im Corona-Geschäft.
Zulassung in Kanada bringt kaum Impulse
Health Canada hat am Donnerstag die an die Virusvariante XFG angepasste Version des Covid-19-Impfstoffs Comirnaty von Pfizer und BioNTech für Personen ab sechs Monaten zugelassen. Die Behörde reagiert damit auf die veränderte Erregerlage und folgt ähnlichen Entscheidungen anderer Zulassungsbehörden.
Für Anleger bringt die Meldung jedoch keine neue Wachstumsperspektive – das Covid-Geschäft von BioNTech befindet sich seit Monaten im Abschwung, und eine zusätzliche Marktzulassung ändert daran wenig. Die Aktie reagierte auf die Nachricht denn auch nicht mit Kursgewinnen.
Der fehlende Impuls aus dem Impfstoffgeschäft passt zum Bild, das die jüngsten Geschäftszahlen zeichnen. Im zweiten Quartal 2026 erzielte BioNTech Umsätze von 105,6 Millionen Euro, deutlich weniger als die 260,8 Millionen Euro im Vorjahresquartal.
Der Nettoverlust belief sich auf 820,8 Millionen Euro, bereinigt auf 562,3 Millionen Euro. Das Unternehmen hatte daraufhin seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr auf 1,6 bis 1,9 Milliarden Euro gesenkt, nachdem zuvor 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro angepeilt waren.
Onkologie-Pipeline bleibt Hoffnungsträger
Während das Impfstoffgeschäft schrumpft, setzt BioNTech zunehmend auf die Krebsforschung. Erst vor wenigen Tagen hatte das Unternehmen zusammen mit OncoC4 aktualisierte Daten zum Wirkstoff Gotistobart präsentiert, der in einer Phase-3-Studie das mediane Gesamtüberleben bei vorbehandeltem Lungenkrebs auf 18,5 Monate nahezu verdoppelte, verglichen mit 10,0 Monaten unter Standard-Chemotherapie. Diese Daten hatten die Aktie zuvor beflügelt.
Belastend wirkt daneben weiterhin der Rückschlag aus der Kolonkrebs-Forschung: Vor rund zwei Wochen hatten BioNTech und Roches Tochter Genentech eine Phase-2-Studie zum Wirkstoff Autogene Cevumeran wegen mangelnder Wirksamkeit abgebrochen.
Finanzpolster gibt Rückhalt
Trotz der operativen Verluste verfügt BioNTech über eine komfortable Kapitaldecke. Zum Ende des zweiten Quartals 2026 hielt das Unternehmen liquide Mittel und Wertpapiere von 16,6 Milliarden Euro. Im Juni hatte der Aufsichtsrat zudem ein neues Rückkaufprogramm für American Depositary Shares im Volumen von bis zu 1,0 Milliarde US-Dollar genehmigt, das aus vorhandenen Barmitteln finanziert wird und bis Mai 2027 läuft.
Mit Blick auf die charttechnische Lage notiert die Aktie derzeit knapp unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 84,37 Euro und nahe dem 200-Tage-Durchschnitt von 84,21 Euro – ein Zeichen dafür, dass der Titel wieder auf sein mittelfristiges Gleichgewichtsniveau zurückgefallen ist. Vom 52-Wochen-Hoch bei 105,80 Euro, erreicht im Januar, bleibt die Aktie gut ein Fünftel entfernt.
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