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Biogen Aktie: Neue Daten bei Dravet-Kandidat

Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 13:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Biogen und Stoke legen Vier-Jahres-Daten zu Zorevunersen vor; Leqembi erhält in Kanada eine Empfehlung zur öffentlichen Kostenerstattung.

NASDAQ-Handelsfloor mit grünem BIOTECH INDEX-Anzeigetafel und Händlern an Bildschirmen
Biogen Inc. Biotech-Aktie an der NASDAQ mit steigendem Kursindex im Handelsaal ISIN US09062X1037 Illustration mit AI erstellt.

Biogen und der Partner Stoke Therapeutics präsentieren diese Woche neue Langzeitdaten zu einem ihrer wichtigsten Pipeline-Projekte. Auf dem 16. Europäischen Epilepsie-Kongress in Athen, der vom 5. bis 9. September stattfindet, stellen die beiden Unternehmen Vier-Jahres-Ergebnisse zum Wirkstoff Zorevunersen vor.

Das Mittel soll die zugrunde liegende genetische Ursache des Dravet-Syndroms behandeln — einer seltenen, schweren Epilepsieform bei Kindern, für die es bislang keine krankheitsmodifizierende Therapie gibt.

Vier Jahre Daten, ein Ziel: Marktzulassung

Die in Athen gezeigten Ergebnisse stammen aus offenen Verlängerungsstudien der ursprünglichen Phase-1/2a-Untersuchung. Sie zeigen anhaltende Verbesserungen bei Kognition und Verhalten sowie dauerhaft reduzierte Anfallshäufigkeit. Neue Unteranalysen liefern zudem Hinweise auf Effekte bei den schwersten Anfallsformen — jenen, die als Hauptrisikofaktor für plötzliche unerklärliche Todesfälle bei Epilepsie gelten.

Von den 81 Patienten der ursprünglichen Studie setzten 93 Prozent die Behandlung in einer der Verlängerungsstudien fort. Nach vier Jahren befanden sich noch 77 Prozent der Teilnehmer in der Beobachtung. Das Sicherheitsprofil bleibt den Angaben zufolge insgesamt günstig, auch wenn erhöhte Eiweißwerte im Nervenwasser bei einem Großteil der Patienten auftraten — schwere klinische Folgen wurden dabei nicht beobachtet.

Entscheidend für die Zukunft des Medikaments ist die laufende Phase-3-Studie EMPEROR. Ergebnisse werden für das dritte Quartal 2027 erwartet — erst dann zeigt sich, ob die bisherigen Signale auch im großen Studienrahmen bestätigt werden. Im Rahmen der Kollaboration hält Stoke die Rechte für die USA, Kanada und Mexiko, während Biogen die Vermarktung im Rest der Welt übernimmt.

Leqembi bekommt Rückenwind in Kanada

Parallel zur Dravet-Nachricht kommt Bewegung bei einem bereits zugelassenen Präparat. Kanadas Arzneimittelbehörde hat eine finale Empfehlung für die öffentliche Kostenerstattung von Leqembi ausgesprochen — dem gemeinsam mit Eisai entwickelten Alzheimer-Medikament. Betroffen sind Patienten mit leichter kognitiver Beeinträchtigung oder leichter Demenz infolge der Alzheimer-Krankheit.

Bis zur tatsächlichen Erstattung ist es noch ein weiter Weg: Zunächst folgen Verhandlungen über die pan-kanadische Pharmaallianz, danach müssen die einzelnen Provinzen und Territorien eigene Entscheidungen treffen. Eisai führt die Entwicklung und behält die finale Entscheidungsgewalt, Biogen ist an Vermarktung und Vertrieb beteiligt.

Für Biogen zeigt sich damit ein zweigleisiges Bild: Während Leqembi schrittweise weitere Märkte erschließt, liefert die Dravet-Pipeline mit Zorevunersen zusätzliches Wachstumspotenzial für die Zeit nach 2027 — vorausgesetzt, die Phase-3-Daten bestätigen, was die Langzeitbeobachtung bislang andeutet.

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