Bilfinger Aktie: Schuldscheindarlehen auf 450 Millionen verdreifacht
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 06:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach den jüngsten Belastungen für den Industriedienstleister setzt Deutsche Bank Research weiterhin auf eine Erholung. Die Experten sehen damit trotz der operativen Dämpfer deutliches Erholungspotenzial. Am gestrigen Montag ging die Aktie bei 56,70 Euro aus dem Handel.
Bereits im Vorfeld gab es mahnende Stimmen am Markt. Berenberg-Analyst Andreas Wolf hatte am 10. September gewarnt, dass sich der Konzern in der zweiten Jahreshälfte bei der Profitabilität merklich strecken müsse.
Zögerliche Kunden belasten Auftragslage
Medienberichten zufolge machen Bilfinger vor allem Verschiebungen auf der Kundenseite zu schaffen. Im dritten Quartal war eine erhebliche Zurückhaltung bei neuen Aufträgen sowie bei Abrufen aus bestehenden Rahmenverträgen zu beobachten. Zahlreiche Auftraggeber schoben geplante Investitionen auf.
Gleichzeitig leidet das Geschäft unter einer spürbaren Unterauslastung an Standorten in Hochlohnländern. Da komplexe und margenstarke Arbeiten seltener nachgefragt wurden, verschob sich der Produktmix zuungunsten der Ertragskraft.
Angepasste Prognose für das Gesamtjahr
Infolge dieser Entwicklung korrigierte Bilfinger seine Jahresziele für 2026. Beim Umsatz erwartet das Management nun ein Volumen zwischen 5,3 und 5,7 Milliarden Euro. Ursprünglich standen 5,4 bis 5,9 Milliarden Euro im Plan.
Noch deutlicher fällt der Einschnitt bei der Profitabilität aus. Die EBITA-Marge wird im laufenden Jahr nur noch bei 3,2 bis 3,6 Prozent gesehen, nachdem zuvor Werte von bis zu 6,2 Prozent avisiert worden waren. Auch beim freien Barmittelzufluss dämpfte der Vorstand die Erwartungen auf 180 bis 220 Millionen Euro.
Sparprogramm Agile soll Gegenwind dämpfen
Um der schwächeren Auslastung zu begegnen, hat das Unternehmen das Sparprogramm „Agile“ aufgelegt. Der Plan sieht vor, weltweit bis zu 1.500 Stellen abzubauen. Bilfinger stellt für die Umsetzung im vierten Quartal 2026 rund 75 Millionen Euro zurück.
Auf der Finanzierungsseite verschaffte sich der Konzern zusätzlichen Spielraum. Ein Schuldscheindarlehen war dreifach überzeichnet, woraufhin das Volumen auf 450 Millionen Euro verdreifacht wurde. An der Börse bleibt die Lage dennoch herausfordernd: Seit Jahresanfang beläuft sich das Minus der Bilfinger-Aktie auf 47 Prozent.
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