BHP, Aktie

BHP Aktie: Pilotprojekt mit Amazon gestartet

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 11:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de

BHP erprobt mit Amazon Zertifikate für kohlenstoffärmeres Kupfer und prüft Anlagenverkäufe zur Finanzierung künftiger Minenprojekte.

BHP setzt auf Kupfer, Amazon-Partnerschaft und neue Kapitalquellen
Moderne industrielle Bergbauanlage bei Sonnenuntergang als Symbol für technologische Innovation und Rohstoffgewinnung. Illustration mit AI erstellt.

Der weltgrößte Bergbaukonzern BHP forciert die Neuausrichtung seines Portfolios auf die Energiewende und den wachsenden Rohstoffhunger der Technologiebranche. Am heutigen Dienstag kündigte das Unternehmen ein Pilotprojekt mit dem US-Konzern Amazon an, um Emissionszertifikate für kohlenstoffärmeres Kupfer aus der chilenischen Mine Escondida zu etablieren.

Zeitgleich treibt das Management die Modernisierung seiner klassischen Rohstoffsparten voran und prüft Verkäufe von Randinfrastruktur, um Kapital für neue Kupferprojekte freizusetzen. An den europäischen Handelsplätzen reagierten die Papiere verhalten: Die BHP-Aktie gab heute um 0,5 Prozent auf 37,41 Euro nach.

Kooperation mit Amazon und mögliche Anlagenverkäufe

Im Rahmen des Pilotprojekts mit Amazon werden sogenannte Environmental Attribute Certificates erprobt. Diese Zertifikate bescheinigen geringere Treibhausgasemissionen bei der Förderung von Kupferkonzentrat und -kathoden in Escondida.

Amazon beabsichtigt, diese Gutschriften für den CO2-Ausgleich von Kupferkomponenten in Rechenzentren, Chips und Kühlsystemen für künstliche Intelligenz zu nutzen. BHP-Manager Michiel Hovers betonte, dass Großkunden neben der reinen Versorgungssicherheit zunehmend nachprüfbare Nachhaltigkeitsnachweise verlangen.

Parallel dazu prüft der Konzern Optionen, um Kapital aus bestehenden Anlagen zu heben. Im Fokus steht das System zur Meerwasserentsalzung der Escondida-Mine, dessen Produktionsanlagen an der Küste mit 500 bis 700 Millionen US-Dollar bewertet werden.

Ein denkbares Modell sieht den Verkauf der Anlagen an spezialisierte Infrastrukturinvestoren bei gleichzeitig langfristig garantierten Wasserlieferungen vor. BHP verfolgt das übergeordnete Ziel, durch die Monetarisierung nicht wesentlicher Vermögenswerte weltweit bis zu 10 Milliarden US-Dollar für anstehende Minenprojekte zu mobilisieren.

Organisches Wachstum im Kupfersektor im Vordergrund

Henry identifizierte vier zentrale Wachstumspole: neben Escondida und den Betrieben in Südaustralien auch das Projekt Vicuña in Südamerika sowie das Resolution-Vorkommen in den USA. Allein in den vergangenen Jahren expandierte das Kupfergeschäft des Unternehmens um 28 Prozent.

Zudem profitiert der Bergbauriese von den attraktiveren Rahmenbedingungen in Nordamerika. Investitionen in den USA seien besonders verlockend, da die Energiekosten dort lediglich etwa halb so hoch lägen wie in Australien, führte Henry an.

Große Projektvorhaben erfordern jedoch Geduld und strikte Kapitalkontrolle: Beim kanadischen Jansen-Vorhaben zur Kaliumförderung räumte die Unternehmensführung unlängst Renditedruck ein, nachdem die geschätzten Investitionskosten angehoben wurden.

Partnerschaft mit China Baowu und Herausforderungen im Eisenerz

Trotz der wachsenden Rolle von Kupfer bleibt das traditionelle Eisenerzgeschäft das fundamentale Cashflow-Rückgrat. Um die westaustralische Förderkapazität bis zum Geschäftsjahr 2028 auf jährlich 305 Millionen Tonnen auszubauen, plant das Management über die kommenden fünf Jahre Investitionen von mehr als 10 Milliarden US-Dollar.

Gleichzeitig verlängerten BHP und der chinesische Stahlhersteller China Baowu Steel ihre Zusammenarbeit zur Dekarbonisierung um fünf Jahre. Im Zentrum des Memorandums steht die Erprobung modifizierter Hochofenprozesse sowie der wasserstoffbasierten Direktreduktion. Beide Seiten streben in Pilotversuchen an, die betriebliche CO2-Intensität bei konventionellen Hochöfen um 30 Prozent zu senken.

Die Branche steht jedoch vor grundlegenden Hürden. Das Analysehaus Wood Mackenzie wies darauf hin, dass die weltweit größten Förderer bestehende Reserven rascher abbauen, als neue erschlossen werden.

Bei einigen Anbietern sanken die Erzgehalte seit 2016 merklich, während sich die Kosten im gleichen Zeitraum teils verdoppelten. Trotz dieser strukturellen Belastungen notiert der Rohstoffwert mit einem Abschlag von rund 11 Prozent nur moderat unter seinem 52-Wochen-Hoch von 42,16 Euro.

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