BHP Aktie: Escondida-Gewerkschaft lehnt Angebot ab
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 17:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bei BHP droht neuer Stillstand im weltgrößten Kupferbergbau: Die Gewerkschaft des Aufsichtspersonals in der chilenischen Mine Escondida hat das finale Tarifangebot des Rohstoffkonzerns abgelehnt. Medienberichten zufolge stimmten 95 Prozent der teilnehmenden Mitglieder für einen Streik.
Bevor die Arbeit niedergelegt werden darf, schreibt das chilenische Arbeitsrecht eine fünftägige staatlich moderierte Schlichtungsphase vor. BHP teilte mit, dass das Unternehmen diesen Vermittlungsprozess voraussichtlich beantragen werde.
An der Börse notiert die Aktie heute bei 37,20 Euro, was einem leichten Tagesverlust von 0,6 Prozent entspricht. Über die vergangenen 30 Tage verzeichnet das Papier damit ein Minus von 7,2 Prozent.
Arbeitskonflikt folgt auf schweren Betriebsunfall
Die Zuspitzung im Tarifstreit trifft den Standort in einer ohnehin angespannten Lage. Erst am 23. September war es in der Mine Escondida zu einem tödlichen Arbeitsunfall gekommen. BHP hatte daraufhin die behördlichen Ermittlungen unterstützt und den Betrieb nach Angaben von Reuters vorübergehend eingestellt.
Nun sorgt die Tarifforderung des Personals für zusätzliche Unsicherheit. Sollte die bevorstehende Schlichtungsrunde ohne Einigung verstreichen, droht der Mine ein regulärer Ausstand. Das Management versucht diesen Schritt über die gesetzliche Mediation abzuwenden, um längere Produktionsunterbrechungen im laufenden Quartal zu vermeiden.
Strategische Initiativen in Kupfer und Dekarbonisierung
Parallel zu den operativen Herausforderungen in Chile trieb der Konzern zuletzt mehrere langfristige Vorhaben voran. Zusammen mit Amazon startete BHP ein Pilotprojekt zum Handel mit Zertifikaten für emissionsärmeres Kupfer. Das Vorhaben nutzt Kupferkonzentrat und Kathoden aus Escondida, um Systeme zur Rückverfolgung und Stilllegung von Emissionsnachweisen in der Lieferkette zu erproben.
In Südaustralien strukturierte der Rohstoffriese unterdessen sein Explorationsprojekt Oak Dam um. Im Dialog mit der lokalen Gemeinschaft der Kokatha wurde das Vorhaben in Ankata umbenannt. BHP plant dort die nächste Phase der untertägigen Erkundung über einen Doppelschacht, um die dortigen Vorkommen genauer zu erfassen.
Zugleich verlängerte das Unternehmen die Kooperation mit China Baowu Steel im Bereich der CO2-Reduktion um fünf Jahre. Die Vereinbarung sieht gemeinsame Tests modifizierter Hochofentechnologien sowie den Einsatz von Eisenerzen aus der australischen Pilbara-Region in Verfahren zur Direktreduktion und Elektroschmelze vor.
Vorrangig blicken Marktteilnehmer nun jedoch auf die anstehende Schlichtung in Chile, die über die unmittelbare Stabilität der Förderung in Escondida entscheidet.
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