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Berkshire Hathaway Aktie: Abel setzt auf KI-Rechenzentren

Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 00:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Greg Abel richtet Berkshire Hathaway stärker auf KI aus, hält aber an konservativen Beteiligungen und vorsichtiger Markteinschätzung fest.

Berkshire Hathaway setzt mit Alphabet stärker auf KI-Chancen
Moderne, beleuchtete Server-Racks in einem Rechenzentrum als Symbol für Investitionen in KI-Infrastruktur. Illustration mit AI erstellt.

Greg Abel positioniert Berkshire Hathaway heute stärker in Richtung Künstliche Intelligenz. Der Vorstandschef sieht in KI-Rechenzentren eine wesentliche Wachstumschance für den Konzern – ein Kurswechsel in der öffentlichen Kommunikation, der über die reine Portfolioverwaltung hinausgeht.

Alphabet als drittgrößte Position

Konkreten Ausdruck findet diese Haltung bereits im Aktienportfolio. Alphabet hat sich zur drittgrößten Einzelposition entwickelt: 106 Millionen Aktien im Wert von rund 37,8 Milliarden Dollar hielt Berkshire zum Ende des zweiten Quartals. Vor drei Monaten stockte der Konzern zusätzlich um 10 Milliarden Dollar auf.

Nach Berechnungen auf Basis der Portfoliodaten zum 30. Juni entfallen inzwischen 53,6 Prozent des Aktienbestands auf nur vier Titel: Apple mit 20,2 Prozent, American Express mit 13,7 Prozent, Alphabet mit 9,9 Prozent und Coca-Cola mit 9,8 Prozent. Apple bleibt damit trotz Alphabets Aufstieg die mit Abstand größte Position.

Abel erwähnte laut CNBC auch andere KI-Schwergewichte wie Microsoft und Nvidia als mögliche künftige Investitionsziele. Zugleich verwies er darauf, dass Berkshires eigene Tochtergesellschaften bereits positive Effekte aus dem KI-Trend spüren.

Als Beispiel nannte er Berkshire Energy: In Iowa entfallen inzwischen acht Prozent der Stromlast auf Rechenzentren – ein direkter Beleg dafür, wie der KI-Boom auch abseits des Aktienportfolios ins operative Geschäft hineinwirkt.

Vorsicht bei Verbrauchern und Immobilien

Trotz der KI-Zuversicht dämpfte Abel die Erwartungen an anderer Stelle. Der US-Verbraucher stehe unter Druck, der Immobilienmarkt beschrieb er als "holprige Straße". Diese Einschätzung passt zu einem Konzern, der traditionell zyklische Geschäftsfelder wie Bauzulieferer und Versicherungen unter seinem Dach vereint.

Die im August für 6,8 Milliarden Dollar eingefädelte Übernahme von Taylor Morrison zeigt, dass Berkshire trotz der vorsichtigen Töne selektiv in genau diesem angeschlagenen Immobilienumfeld zukauft.

Der gewaltige Kassenbestand von 364,7 Milliarden Dollar zum 30. Juni unterstreicht die finanzielle Flexibilität, mit der Abel solche Entscheidungen trifft – ob bei Alphabet, bei Taylor Morrison oder potenziell bei weiteren KI-Beteiligungen.

Parallel dazu hält der Konzern über zehn Prozent an den japanischen Handelshäusern Itochu, Marubeni, Mitsubishi, Mitsui und Sumitomo sowie 2,49 Prozent an Tokio Marine – ein Engagement, das Abel zuletzt bekräftigt hatte.

Bewertung bleibt moderat

An der Börse spiegelt sich die strategische Neuausrichtung bislang kaum. Die Berkshire-Aktie kommt auf eine Zwölfmonatsrendite von rund null Prozent, das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 13. Für Anleger bedeutet das: Der Markt honoriert die KI-Positionierung noch nicht mit Bewertungsaufschlägen, wie sie bei reinrassigen Technologiewerten üblich sind.

Berkshire bleibt damit ein Konglomerat, das KI-Chancen nutzt, ohne sich als KI-Wette zu verkaufen – eine Positionierung, die konservativ orientierte Investoren ansprechen dürfte, während Wachstumsanleger auf schnellere Kurstreiber warten müssen.

Auch die Kernbeteiligung Coca-Cola liefert im laufenden Jahr Stabilität: Der Getränkekonzern erhöhte seine Dividende zum 64. Mal in Folge, Berkshire kassiert daraus 2026 rund 848 Millionen Dollar – bei einer Rendite von 65 Prozent auf den ursprünglichen Einstandspreis. Solche Ankerinvestments bleiben das Fundament, auf dem Abel seine neuen KI-Ambitionen aufbaut.

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