Berkshire Hathaway Aktie: Abel beendet Verkaufsserie
Veröffentlicht am: 13.09.2026 um 18:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Greg Abel hat als Berkshire-Chef eine 14 Quartale lange Serie von Nettoverkäufen beendet. Im zweiten Quartal 2026 kaufte er Aktien im Volumen von 23,5 Milliarden Dollar und verkaufte lediglich für 3,7 Milliarden Dollar – ein Nettozukauf von fast 20 Milliarden Dollar. Für Anleger ist das ein deutliches Signal: Der neue Berkshire-Lenker setzt offensiver auf Aktienmärkte, als es sein Vorgänger zuletzt tat.
Der Kurswechsel zeigt sich auch in der Gesamtbilanz des ersten Halbjahres. Über die ersten sechs Monate 2026 kaufte Berkshire kumuliert Aktien im Wert von 39,4 Milliarden Dollar und veräußerte für 27,8 Milliarden Dollar – damit wurde das Unternehmen erstmals seit über drei Jahren wieder zum Nettokäufer am Aktienmarkt. Zuvor hatte Berkshire über Jahre hinweg mehr verkauft als gekauft und einen wachsenden Cash-Berg aufgebaut.
Operatives Geschäft liefert Rückenwind
Die Kauflaune fußt auf einer soliden operativen Basis. Im zweiten Quartal stieg das operative Ergebnis um 16 Prozent auf knapp 13 Milliarden Dollar, der den Aktionären zurechenbare Nettogewinn mehr als verdoppelte sich auf 25,7 Milliarden Dollar, getrieben vor allem von Investitionsgewinnen.
Parallel dazu wuchs der versicherungstechnische Float zum 30. Juni auf rund 177,5 Milliarden Dollar, ein Plus von etwa 1,1 Milliarden Dollar seit Jahresende 2025 – jenes Kapital, das Berkshire traditionell für Investitionen nutzt, ohne Zinsen dafür zu zahlen.
Auch bei den eigenen Aktien griff das Unternehmen zu: Im zweiten Quartal erwarb Berkshire eigene Anteile im Volumen von rund 4,5 Milliarden Dollar, womit sich der Rückkaufbetrag für das erste Halbjahr auf etwa 4,8 Milliarden Dollar summierte. Rückkäufe und Nettoaktienkäufe laufen damit parallel – ein Hinweis darauf, dass Abel den überschüssigen Cash-Bestand von mehreren Seiten abzubauen versucht.
Expansion abseits der Kapitalmärkte
Die neue Kauflust bleibt nicht auf Wertpapiere beschränkt. Die Berkshire-Tochter NetJets reichte vergangene Woche Baupläne für einen 35 bis 70 Millionen Dollar teuren Campus mit mehr als 100.000 Quadratfuß Fläche am Flughafen Dallas Love Field ein. Das Projekt soll in drei Phasen entstehen, die Fertigstellung ist für Mai 2028 anvisiert.
Diese operative Expansion fügt sich in ein Bild, das Berkshire seit einigen Wochen zeichnet: ein Konzern, der nach Jahren des Abwartens wieder investiert – in Aktien, in eigene Anteile und in physische Infrastruktur.
Kurs bewegt sich nahe am Rekordhoch
An der Börse spiegelt sich diese Dynamik in einem stabilen Kursverlauf. Am Freitag schloss die Aktie bei 660.000,00 Euro, ein Plus von 0,8 Prozent auf Tagessicht. Über die vergangenen sieben Handelstage legte das Papier um 1,0 Prozent zu, seit Jahresbeginn steht ein Anstieg von 3,6 Prozent zu Buche.
Zum 52-Wochen-Hoch von 686.000,00 Euro, aufgestellt am 10. August 2026, fehlen aktuell 3,8 Prozent – Berkshire notiert damit weiterhin in Reichweite seiner Bestmarke.
Die Kombination aus starkem operativem Geschäft, wachsendem Float und einem Management, das nach Jahren der Zurückhaltung wieder aktiv investiert, dürfte die Diskussion um Berkshires Kapitalallokation in den kommenden Quartalen prägen.
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