Beiersdorf, Aktie

Beiersdorf Aktie: Warnery warnt Brüssel

Veröffentlicht am: 13.09.2026 um 14:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Beiersdorf-Chef Vincent Warnery sieht Europas Kosmetikbranche durch EU-Vorgaben belastet und prüft Zukäufe neben der schwächeren Nivea.

Geöffnete weiße Cremedose mit glatter Creme-Textur auf hellem Studio-Hintergrund
Fotorealistisches Studio-Produktbild einer geöffneten weißen, unbeschrifteten Keramik-Cremedose mit cremiger Textur, perlweißer Hintergrund, weiches Seitenlicht Illustration mit AI erstellt.

Vincent Warnery wird deutlich. Der Beiersdorf-Chef warnt vor einer Entwicklung, die er aus einer anderen Branche bereits kennt: dem schleichenden Niedergang unter regulatorischem Druck. "Wir wollen nicht die nächste Autoindustrie werden", sagte er in einem Interview in Berlin – eine Anspielung auf die Krise der europäischen Automobilbranche.

Klare Kante gegen die EU

Der Franzose, seit Mai 2021 an der Spitze des Hamburger Konsumgüterkonzerns, sieht die europäische Kosmetikindustrie im internationalen Wettbewerb unter Druck geraten. Sein Argument: Konkurrenten aus den USA, China und Korea unterlägen deutlich lockeren Vorschriften. Europäische Hersteller müssten dagegen Inhaltsstoffe aus Formulierungen streichen, selbst wenn diese bei normaler Anwendung unbedenklich seien.

Besonders die geplante Novelle der EU-Kommunalabwasserrichtlinie stößt Warnery sauer auf. Sie soll Kosmetik- und Pharmahersteller finanziell für Wasserverschmutzung in die Pflicht nehmen – aus seiner Sicht unverhältnismäßig, da Unternehmen wie Beiersdorf nur einen geringen Anteil daran hätten.

Nivea bleibt die Baustelle

Hinter der politischen Kritik steckt auch ein operatives Problem. Die Kernmarke Nivea, die den Löwenanteil des Konzernumsatzes trägt, verzeichnete im ersten Halbjahr einen Rückgang – nachdem das Unternehmen unter Warnery zuvor kräftig gewachsen war. Um die Abhängigkeit von der Marke zu verringern, denkt der Vorstandschef über Zukäufe nach.

"Wir haben das Geld für Übernahmen", sagte Warnery und ließ damit aufhorchen. Konkret werden will er aber erst, wenn Nivea wieder auf Wachstumskurs ist. Eine kurzfristige Transaktion schloss er dennoch nicht aus.

Der Vorstandschef bringt mit seinen Aussagen zwei Baustellen zusammen: die regulatorische Front in Brüssel und die operative Front bei der eigenen Kernmarke. Wie er beide gleichzeitig bearbeiten will, ohne den Konzern zu überfordern, dürfte sich in den kommenden Quartalszahlen zeigen.

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