BayWa Aktie: Gläubiger verzichten auf 1,5 Milliarden
Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 14:29 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Aktie der BayWa verzeichnet am heutigen Freitag ein Kursplus von 2,4 Prozent auf 8,50 Euro. Für diese Bewegung liegt keine neue Unternehmensmeldung vor. Anleger blicken weiterhin auf die grundlegenden Vereinbarungen zur finanziellen Neuordnung, die der Konzern in den vergangenen Tagen auf den Weg gebracht hat.
Gläubiger stützen Sanierungsplan nahezu geschlossen
Mitte September hatte das Unternehmen eine Einigung auf ein Term Sheet für eine angepasste Sanierungsvereinbarung gemeldet. Getragen wird dieser Schritt von 267 der 268 erforderlichen Finanzierungspartner. Diese Gruppe vertritt rund 99,98 Prozent der von der Vereinbarung erfassten Finanzverbindlichkeiten.
Neben den kreditgebenden Banken sind auch die beiden Großaktionäre eingebunden. Sowohl die Bayerische Raiffeisen-Beteiligungs-AG als auch die Raiffeisen Agrar Invest AG unterstützen den Plan. Das Konzept sieht vor, die Sanierungsperiode zu verlängern und zusätzliche Beiträge der Finanzierer sowie der Ankeraktionäre zu bündeln.
Die breite Zustimmung der Gläubigerbanken galt im Markt als unverzichtbare Voraussetzung für die Fortführung der Sanierungsbemühungen. Mit der erreichten Quote hat das Management eine zentrale Hürde genommen, um den Konzern operativ handlungsfähig zu halten.
Einschnitte für Gläubiger der Hybridanleihe
Ein wesentlicher Pfeiler der Einigung betrifft die Restrukturierung der Verbindlichkeiten. Laut Reuters müssen vor allem die Halter der Hybridanleihe über 100 Millionen Euro herbe Verluste hinnehmen. Den Angaben der Nachrichtenagentur zufolge sollen die Gläubiger lediglich zwei Prozent ihres eingesetzten Kapitals zurückerhalten.
Zudem ist ein vollständiger Verzicht auf aufgelaufene Zinsforderungen vorgesehen. Medienberichten zufolge haben 267 Gläubiger dem Verzicht auf Finanzverbindlichkeiten von insgesamt rund 1,5 Milliarden Euro grundsätzlich zugestimmt. Damit trägt das Fremdkapital einen erheblichen Teil der finanziellen Sanierungslast.
Die detaillierte Ausarbeitung der neuen Sanierungsvereinbarung ist damit allerdings noch nicht vollständig abgeschlossen. Das Vertragswerk bedarf weiterhin der formalen Zustimmung der zuständigen Gremien aller beteiligten Parteien. Der endgültige Abschluss wird im Laufe des Jahres angestrebt.
Nächster Unternehmenstermin Ende Oktober
Für Aktionäre bleibt die Unsicherheit trotz der operativen Atempause spürbar, da die Umsetzung der getroffenen Vereinbarungen Zeit in Anspruch nehmen wird. Bis dahin dürften vor allem Fortschritte bei der Gremienzustimmung die Marktstimmung prägen.
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