Bayer Aktie: Weniger Schulden, mehr Gewinn
Veröffentlicht am: 04.08.2026 um 11:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Zwei positive Nachrichten an einem Morgen: Bayer hat die Markterwartungen für das zweite Quartal klar übertroffen – und schraubt parallel die Schuldenprognose für das Jahresende nach unten. Für einen Konzern, der seit Jahren unter der Last milliardenschwerer Rechtsstreitigkeiten steht, ist das ein seltener Doppelschlag guter Nachrichten.
Agrarsparte trägt das Quartal
Das bereinigte Ebitda kletterte um 1,9 Prozent auf 2,14 Milliarden Euro. Analysten hatten im Schnitt mit einem Rückgang um rund 8 Prozent gerechnet. Unter dem Strich drehte Bayer von einem Verlust von 199 Millionen Euro im Vorjahresquartal auf einen Gewinn von 219 Millionen Euro, der Umsatz kletterte auf 10,87 Milliarden Euro.
Treiber war vor allem die Sparte Crop Science: Das bereinigte Ebitda legte dort um 30,2 Prozent zu, befeuert durch die Wiederzulassung Dicamba-basierter Produkte in den USA und wachsende Soja- und Baumwoll-Saat-Geschäfte. Die Pharmasparte und der Bereich Gesundheitsprodukte entwickelten sich dagegen jeweils um 3,6 Prozent schwächer – belastet durch höhere Vermarktungskosten für neue Medikamente beziehungsweise gestiegene Herstellungskosten.
Bei den Produkten zeigt sich ein bekanntes Muster: Xarelto und Eylea verlieren durch abgelaufenen Patentschutz und generischen Wettbewerb an Boden, während die Nachfolgeprodukte Nubeqa gegen Prostatakrebs und das Nierenmedikament Kerendia weiter kräftig wachsen. Wenig erfreulich fiel der freie Cashflow aus, der mit minus 371 Millionen Euro deutlich unter dem Vorjahreswert von plus 125 Millionen Euro lag.
Apollo-Deal senkt Schuldenlast
Nach dem Verkauf einer Minderheitsbeteiligung am Geschäft mit reversiblen Langzeit-Verhütungsmitteln an die Beteiligungsgesellschaft Apollo Global Management senkt Bayer die Prognose für die Nettofinanzverschuldung zum Jahresende auf 29 bis 30 Milliarden Euro – bislang waren 32 bis 33 Milliarden Euro angesetzt. Der Deal spült dem Konzern nach eigenen Angaben drei Milliarden Euro Eigenkapital in die Kasse.
Vorstandschef Bill Anderson sieht den Konzern operativ auf Kurs, um die Jahresziele zu erreichen, und verweist auch bei der Eindämmung der Rechtsstreitigkeiten auf Fortschritte – wichtige Meilensteine stünden aber noch aus. Die Jahresprognose bestätigte Bayer: ein bereinigtes Ebitda zwischen 9,6 und 10,1 Milliarden Euro sowie ein Kernergebnis je Aktie zwischen 4,30 und 4,90 Euro.
Ob die neuen Präparate Lynkuet und Beyonttra die Lücke schließen können, die der Umsatzrückgang bei Xarelto und Eylea hinterlässt, dürfte sich erst in den kommenden Quartalen zeigen. Für den Moment liefert vor allem die Agrarsparte den Rückenwind, den Bayer nach Jahren schwacher Zahlen dringend braucht.
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