Bayer, Aktie

Bayer Aktie: Glyphosat-Risikobewertung verschiebt sich auf 2027

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 15:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de

HHS und EPA stimmen ihre Glyphosat-Bewertung enger ab; der Bericht zur Gesundheitsgefährdung wird nun für Anfang 2027 angepeilt. Bayer bereitet Anleihen vor.

Forscherin im weißen Kittel pipettiert an einem beleuchteten Laborarbeitsplatz vor einem Bildschirm mit 3D-Molekülstruktur
Pharmazeutisches Forschungslabor – Wissenschaftlerin mit Pipette, Molekülstruktur-Monitor, blaue LED-Beleuchtung Illustration mit AI erstellt.

Die regulatorische Überprüfung des Unkrautvernichters Glyphosat in den USA verzögert sich. Das US-Gesundheitsministerium HHS und die Umweltschutzbehörde EPA haben eine engere Koordination bei der wissenschaftlichen Bewertung vereinbart.

Wie die Behörden gestern bekanntgaben, peilt die zuständige Arbeitsgruppe die Veröffentlichung der aktualisierten Risikobewertung für die menschliche Gesundheit nun für Anfang 2027 an – zuvor war Ende 2026 vorgesehen gewesen. Für den Leverkusener Konzern Bayer, dessen Herbizid Roundup auf dem Wirkstoff basiert, verlängert sich damit die Phase behördlicher Prüfungen.

Gemeinsame Arbeitsgruppe der US-Behörden

Die Federführung der Untersuchung liegt bei einer technischen Arbeitsgruppe. An ihr beteiligen sich neben dem Pestizid-Büro der EPA weitere US-Institutionen, darunter das Nationale Krebsinstitut, die Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde FDA sowie die Seuchenschutzbehörde CDC.

Nach Angaben von HHS-Sekretär Robert F. Kennedy Jr. und EPA-Administrator Lee Zeldin soll das Verfahren auf der bestverfügbaren wissenschaftlichen Grundlage stehen. Die alleinige Entscheidungsbefugnis verbleibt im Rahmen des regulären Prüfzyklus nach dem US-Pestizidgesetz bei der EPA. Die Frist für öffentliche Stellungnahmen zum Literatur-Screening endet am 24. September.

Vorbereitung neuer Anleihen und Portfoliomaßnahmen

Parallel zu den regulatorischen Entwicklungen nutzt Bayer das Marktumfeld zur Anpassung der eigenen Finanzierungsstruktur. Am Kapitalmarkt bereitet der Konzern die Emission neuer Euro-Anleihen mit langen Laufzeiten vor. Die Konsortialführung für die Platzierung liegt bei mehreren Instituten, zu denen unter anderem die Deutsche Bank und BNP Paribas gehören.

Auf der operativen Seite setzt das Unternehmen die Bereinigung seines Portfolios fort. Bayer verkauft Stivarga an Grünenthal; für das Krebsmedikament zahlt das Aachener Pharmaunternehmen einen Betrag von bis zu 375 Millionen Euro. Zudem richtet sich das Augenmerk der Marktteilnehmer auf die kommenden Quartalszahlen des Konzerns, die für den 3. November 2026 angekündigt sind.

Kursentwicklung und rechtliche Lage

An der Börse notiert die Bayer-Aktie heute bei 49,57 Euro. Seit Jahresanfang summiert sich der Kursgewinn auf 34 Prozent. Eine Entscheidung im Rahmen einer verbliebenen Sammelklage in Missouri wird in den kommenden Wochen oder Monaten erwartet.

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