Bayer, Aktie

Bayer Aktie: Charttechnik wackelt

Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 21:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de

EU-Staaten lehnen eine unbegrenzte Glyphosat-Zulassung ab; Analystenerwartungen und ein schwächeres Chartbild belasten Bayer.

Makrofotografie von weißen runden Tabletten in extremer Nahaufnahme
Bayer AG (DE000BAY0017): Makroaufnahme weißer runder Tabletten mit scharfer Tiefenschärfe und feiner Oberflächentextur Illustration mit AI erstellt.

Bayer rutscht am Donnerstag auf den tiefsten Stand seit Juli. Frische Unternehmensnachrichten gibt es nicht, dafür gleich mehrere Gegenwindfaktoren: ein vorsichtiger Analystenkommentar, ein angeschlagenes Chartbild und eine EU-Entscheidung zu Glyphosat. Zuletzt notierte das Papier bei 45,78 Euro, ein Minus von rund 4,2 Prozent. Damit zählt Bayer zu den größten DAX-Verlierern.

Glyphosat und Gewinnmitnahmen

Auslöser des Rutsches am Nachmittag war eine Entscheidung der EU-Staaten. Sie stellten sich gegen eine unbefristete Zulassung von Glyphosat. Für Bayer ist der Wirkstoff ein sensibles Thema, entsprechend sensibel reagierte die Aktie.

Hinzu kommt der Blick auf die jüngste Kursentwicklung. Nach den deutlichen Gewinnen der vergangenen Zeit könnten Anleger Kasse gemacht haben. Zudem rückt ein Urteil in einem US-Verfahren in Missouri näher, das für den Konzern weitreichende Bedeutung haben könnte.

Deutsche Bank bremst die Euphorie

Deutsche Bank Research bleibt zwar bei der Kaufempfehlung und einem Kursziel von 60 Euro. Analystin Virginie Boucher-Ferte dämpft aber die Erwartungen an die Zahlen zum dritten Quartal, die Anfang November anstehen. Sie rechnet mit einem operativen Umsatzwachstum von 1,3 Prozent. Beim operativen Ergebnis erwartet sie einen Rückgang um ein Zehntel, weil das Vorjahr von günstigen Sondereinflüssen profitierte.

Der Markt kalkuliert für das Quartal im Schnitt mit einem Umsatz von 9,92 Milliarden Euro nach 9,66 Milliarden Euro im Vorjahr. Das EBITDA soll bei 1,42 Milliarden Euro liegen, nach 1,51 Milliarden Euro im dritten Quartal 2025.

Verkaufssignal im Chart

Technisch hat sich das Bild eingetrübt. Die Aktie durchbricht eine mehrwöchige Seitwärtsbewegung nach unten, nachdem ein Ausbruchsversuch zu Wochenbeginn gescheitert war. Nun ruht die Hoffnung auf dem Juli-Tief bei 45,50 Euro, das nur knapp unter dem aktuellen Kurs liegt.

Hält diese Marke nicht, droht ein weiteres Verkaufssignal. Charttechnisch wäre dann ein Rutsch in den Bereich um 40 Euro möglich. Hält sie, bliebe die Seitwärtsspanne als Rahmen bis zu den Quartalszahlen Anfang November erhalten.

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