Bayer Aktie: Apollo und KKR steigen bei LARC ein
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 23:36 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Leverkusener Pharma- und Agrarkonzern Bayer hat die strukturierte Eigenkapitallösung für sein Geschäft mit Langzeit-Verhütungsmitteln (LARC) abgeschlossen.
Im Rahmen der heute vollzogenen Transaktion stellen von Apollo verwaltete Fonds und Gesellschaften sowie KKR als bedeutender Minderheitsinvestor Eigenkapital in Höhe von rund 3 Milliarden Euro bereit, was einem Volumen von 3,46 Milliarden US-Dollar entspricht. Die Vereinbarung war bereits am 10. Juli angekündigt worden und wurde nun final umgesetzt.
An der Börse reagierte das Papier verhalten freundlich auf den Vollzug. Die Aktie legte heute um 0,4 Prozent auf 48,89 Euro zu.
Volle operative Kontrolle bleibt in Leverkusen
Die Vereinbarung sieht vor, dass das LARC-Geschäft in eine neue operative Einheit eingebracht wird, an der sich die Finanzinvestoren beteiligen. Trotz des milliardenschweren Einstiegs von Apollo und KKR behält Bayer weiterhin die unternehmerische Mehrheit sowie die uneingeschränkte operative Kontrolle über das Segment. Die Einheit verbleibt voll im Konzernabschluss konsolidiert, und an der bestehenden Geschäftsstrategie für die Produktlinie soll sich nichts ändern.
Auf Beraterseite begleiteten namhafte Adressen die Transaktion: Für Bayer waren unter anderem die Deutsche Bank, BofA und Linklaters tätig, während Apollo auf Centerview, Latham & Watkins, Paul Weiss sowie NautaDutilh setzte. Seitens Apollo wurde zudem bekräftigt, im kommenden Jahrzehnt mehr als 100 Milliarden US-Dollar in Deutschland investieren zu wollen.
Finanzielle Flexibilität im Übergang
Die Kapitalspritze verschafft dem Konzern zusätzlichen Spielraum, während er an der Neuausrichtung arbeitet. Für das Geschäftsjahr 2025 wies Bayer bei rund 88.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 45,6 Milliarden Euro aus. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Plus von 32 Prozent.
Parallel dazu richtet sich die Aufmerksamkeit des Marktes weiterhin auf andere fundamentale Weichenstellungen. Neben Zulassungsfragen in der Pharmasparte, etwa mit Blick auf Sevabertinib bei der US-Gesundheitsbehörde FDA, bleibt die ausstehende US-Gerichtsentscheidung über einen 7,25 Milliarden Dollar schweren Roundup-Vergleich ein zentraler Faktor für die weitere Bewertung des Konzerns. Mit dem Vollzug der LARC-Transaktion hat das Management an einer wichtigen Front der Bilanzgestaltung Klarheit geschaffen.
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