Bayer Aktie: Apollo steigt mit 3 Mrd. Euro ein
Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 21:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Leverkusener Agrar- und Pharmakonzern Bayer treibt seinen Konzernumbau und den Schuldenabbau voran. Nach einem Kursanstieg seit Jahresbeginn um 32 Prozent gibt das Papier am heutigen Dienstag um 3,7 Prozent auf 48,86 Euro nach. Im Hintergrund verändern sich zudem Teile der Aktionärsstruktur.
Einer Pflichtmitteilung zufolge hat der französische Vermögensverwalter Amundi seine Beteiligung an dem Konzern leicht reduziert. Mit Wirkung zum 23. September sank der Stimmrechtsanteil nach Veräußerungen auf 2,90 Prozent, nachdem Amundi zuvor 3,04 Prozent gehalten hatte.
Derartige Anpassungen knapp unterhalb gesetzlicher Meldeschwellen sind im institutionellen Portfoliomanagement ein üblicher Vorgang. Für die Marktteilnehmer rücken stattdessen die operative Neuausrichtung und die finanzielle Konsolidierung in den Vordergrund.
Entlastung der Bilanz durch Partnerschaften
Um den Schuldenabbau zu beschleunigen, setzt das Management auf gezielte Partnerschaften. Apollo erhält gegen eine Kapitalzuführung von 3,0 Milliarden Euro eine nicht kontrollierende Minderheitsbeteiligung an einer neuen Gesellschaft.
Der Schritt soll helfen, die Verbindlichkeiten spürbar zu senken. Laut Unternehmensangaben wird für das Gesamtjahr ein Rückgang der Nettofinanzverschuldung auf 29 bis 30 Milliarden Euro angestrebt. Die Jahresprognose für das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen liegt unverändert in einer Spanne von 9,6 bis 10,1 Milliarden Euro.
Die Stärkung der Finanzkraft soll dem Konzern wieder größere unternehmerische Handlungsfreiheit verschaffen. Neben der Bilanzbereinigung investiert Bayer gezielt in das Pharmageschäft, um auslaufende Patente künftig auszugleichen.
Ausbau der pharmazeutischen Pipeline
Im Pharmabereich verstärkte sich Bayer im Sommer durch eine Akquisition. Am 17. Juni wurde die vollständige Übernahme von Perfuse Therapeutics abgeschlossen. Die Vereinbarung umfasst ein Gesamtvolumen von bis zu 2,45 Milliarden US-Dollar, aufgeteilt in eine Vorauszahlung von 300 Millionen US-Dollar sowie spätere Meilensteinzahlungen.
Damit sicherte sich das Unternehmen alle weltweiten Rechte am Wirkstoff PER-001. Der Endothelin-Rezeptor-Antagonist wird derzeit in der klinischen Phase II zur Behandlung von Glaukom und diabetischer Retinopathie erprobt.
Signale bei US-Rechtsstreitigkeiten
Parallel zu den operativen Maßnahmen versucht Bayer, die Rechtsrisiken um das Herbizid Glyphosat in den USA einzugrenzen. Vor rund zwei Wochen fand vor einem Gericht in Missouri die Anhörung zur Genehmigung des beantragten Sammelvergleichs statt. Eine richterliche Entscheidung steht noch aus.
Rückenwind erhielt der Konzern am 25. Juni durch ein Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA. Mit sieben zu zwei Stimmen entschieden die Richter im Fall Durnell zugunsten des Konzerns. Bundesrecht hat demnach Vorrang vor Klagen auf Bundesstaatsebene, wenn eine Behörde die Produktsicherheit festgestellt hat.
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