Bayer, Aktie

Bayer Aktie: Apollo senkt Schuldenlast

Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 07:16 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bayer reduziert die erwartete Nettofinanzverschuldung auf 29 bis 30 Milliarden Euro, während Pharmaumsatz und Aktienkurs zulegen.

Forscherin im weißen Kittel pipettiert an einem beleuchteten Laborarbeitsplatz vor einem Bildschirm mit 3D-Molekülstruktur
Pharmazeutisches Forschungslabor – Wissenschaftlerin mit Pipette, Molekülstruktur-Monitor, blaue LED-Beleuchtung Illustration mit AI erstellt.

Bayer treibt den Umbau seiner Finanzstruktur voran. Mit der Partnerschaft mit Apollo, angekündigt im Juli, hat der Leverkusener Konzern seine Nettofinanzverschuldung für das laufende Geschäftsjahr auf eine Spanne von 29 bis 30 Milliarden Euro gesenkt – ursprünglich waren 32 bis 33 Milliarden Euro veranschlagt.

Apollo investiert 3,0 Milliarden Euro in eine neue Tochtergesellschaft für das Verhütungsmittel-Geschäft (LARC) und übernimmt dort eine nicht-kontrollierende Minderheitsbeteiligung. Bayer behält die Anteilsmehrheit und die operative Kontrolle.

Die Kapitalzuführung wirkt sich unmittelbar auf die Bilanzkennzahlen aus, die Bayer seit Jahren als Belastung begleiten. Anfang August bestätigte der Konzern im Rahmen der Halbjahreszahlen die Jahresprognose 2026: Das bereinigte EBITDA soll zwischen 9,6 und 10,1 Milliarden Euro liegen, das Kernergebnis je Aktie zwischen 4,30 und 4,90 Euro.

Im zweiten Quartal 2026 wuchs der Umsatz währungs- und portfoliobereinigt um 2,2 Prozent auf 10,87 Milliarden Euro, das bereinigte EBITDA legte um 1,9 Prozent auf 2,14 Milliarden Euro zu.

Pharma-Sparte liefert Wachstumsimpulse

Neben der finanziellen Entlastung liefert die Pharma-Sparte operative Fortschritte. Das Nierenmittel Kerendia verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 ein Umsatzplus von 75 Prozent. Das Lungenkrebsmittel Hyrnuo erhielt nach der japanischen Zulassung auch grünes Licht der US-Arzneimittelbehörde FDA.

Zusätzlich stärkte Bayer im Mai seine Ophthalmologie-Pipeline mit der Übernahme von Perfuse Therapeutics – ein Deal mit einem Gesamtvolumen von bis zu 2,45 Milliarden US-Dollar, bestehend aus einer Vorauszahlung von 300 Millionen US-Dollar sowie potenziellen Meilensteinzahlungen.

Analysten reagieren auf die Bilanzentlastung

Die Finanzmarktreaktion auf die verbesserte Kapitalstruktur fiel deutlich aus. Barclays hob am 7. September das Kursziel für Bayer von 60 auf 70 Euro an und bestätigte die Einstufung „Overweight“. Bereits Anfang September, am 1. September, hatte UBS ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 62 Euro bekräftigt.

Am deutschen Aktienmarkt spiegelt sich die veränderte Wahrnehmung wider: Die Bayer-Aktie schloss am Donnerstag bei 49,17 Euro, ein Plus von 0,7 Prozent gegenüber dem Vortag.

Seit Jahresbeginn steht ein Kursgewinn von 33 Prozent zu Buche, auf Sicht von zwölf Monaten sogar von 78 Prozent. Zum 52-Wochen-Hoch von 53,86 Euro, erreicht Anfang Juli, fehlen der Aktie derzeit noch 8,7 Prozent.

Der juristische Streit um Glyphosat bleibt zwar ein Faktor im Hintergrund, doch die jüngsten Entwicklungen bei Bilanz und Pharma-Geschäft rücken die operative Story wieder stärker in den Vordergrund. Mit der Apollo-Transaktion hat Bayer einen Weg gefunden, Kapital freizusetzen, ohne die Kontrolle über ein strategisches Geschäftsfeld aufzugeben – ein Modell, das Anleger offenbar honorieren.

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