Bayer, Aktie

Bayer Aktie: Anhörung in Missouri

Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 22:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de

In Missouri läuft die Prüfung des Bayer-Vergleichs zu Roundup. Das Gericht entscheidet später über einen Deal mit Zahlungen bis 7,25 Milliarden Dollar.

Flatlay auf weißem Untergrund: weiße runde Tabletten, Marmorstößel, grünes Pflanzenblatt, Glasflakon und gedrucktes DNA-Doppelhelix-Diagramm; Beschriftungskarte mit Text PHARMA
Top-down-Arrangement: weiße Tabletten, Mörser, grünes Blatt, DNA-Diagramm, Beschriftungskarte PHARMA Illustration mit AI erstellt.

Ein Gericht in St. Louis entscheidet über die Zukunft eines Rechtsstreits, der Bayer seit Jahren belastet. An diesem Montag begann vor Richter Timothy Boyer die Anhörung zur finalen Genehmigung des Sammelvergleichs in Sachen Roundup. Anleger reagierten schon vorab: Die Aktie zog um 2,3 Prozent auf 49,26 Euro an und bleibt damit zweitbester Wert im DAX seit Jahresbeginn.

Die Monsanto-Tochter drängte das Gericht am Verhandlungstag zur Zustimmung. Ihr Anwalt James Bennett machte unmissverständlich klar, dass es keine Alternative gebe: "Das ist der Vergleich. Es gibt keinen anderen." Eine sofortige Entscheidung des Richters wird nicht erwartet.

Worum es bei dem Vergleich geht

Der Deal sieht gestaffelte, gedeckelte Zahlungen von bis zu 7,25 Milliarden Dollar über einen Zeitraum von bis zu 21 Jahren vor. Einzelne Kläger könnten je nach Krebsschwere, Alter bei Diagnose und Expositionsart zwischen 10.000 und 165.000 Dollar erhalten. Damit der Plan greift, muss allerdings nahezu die gesamte Klägerschaft zustimmen – Konzernchef Bill Anderson hatte diese Voraussetzung bereits bei der Vorstellung im Februar betont.

Unterstützung kam von Anwälten, die zunächst gegen den Vergleich opponiert hatten. Ein Vertreter von rund 3.000 Klägern berichtete, dass 800 bis 900 seiner Mandanten ursprünglich aussteigen wollten, sich nach dem Supreme-Court-Urteil vom Juni aber wieder für den Vergleich entschieden.

Die Richter hatten damals zugunsten von Bayer entschieden und Klagen wegen angeblich fehlender Krebswarnungen auf Verpackungen die rechtliche Grundlage entzogen – ein Punkt, der laut Klägeranwälten viele Fälle erheblich schwächte.

Gegner des Vergleichs sehen das anders. Der Anwalt T. Roe Frazer argumentierte, die Summe wirke zwar hoch, sei aber angesichts von schätzungsweise 65.000 anhängigen Klagen unzureichend. Sein Argument: Roundup bleibt weiter im Markt, und Studien zufolge waren rund 80 Prozent der Amerikaner dem Wirkstoff Glyphosat bereits ausgesetzt – künftige Fälle seien im Vergleich also nicht abgedeckt.

Ein Kapitel mit langer Vorgeschichte

Die Roundup-Klagewelle begleitet Bayer seit der Monsanto-Übernahme 2018 und hat den Konzern bereits Milliarden gekostet. 2020 zahlte Bayer rund 10 Milliarden Dollar zur Beilegung der meisten damals bestehenden Klagen, scheiterte aber mit einem separaten 1,25-Milliarden-Dollar-Vergleich für künftige Fälle vor Gericht. Bayer bestreitet weiterhin, dass Glyphosat Krebs verursacht, und verweist auf jahrzehntelange Studien zur Unbedenklichkeit des Wirkstoffs.

Eine Entscheidung Boyers steht nicht sofort an. Fällt sie zugunsten von Bayer aus, wäre ein zentraler Unsicherheitsfaktor für die Aktie nach acht Jahren Rechtsstreit beseitigt – lehnt das Gericht den Vergleich ab, drohen weitere Jahre juristischer Auseinandersetzung vor US-Gerichten.

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