BASF, Verkauft

BASF: Verkauft 133 Millionen Harbour-Aktien

Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 20:57 Uhr | Redaktion boerse-global.de

BASF reduziert seine Harbour-Beteiligung auf 16,4 Prozent, während starke Quartalszahlen und eine skeptische JPMorgan-Einschätzung das Bild prägen.

Luftaufnahme eines Chemiewerks bei Nacht mit leuchtendem Rohrnetz, Destillationskolonnen und Fackeln
Cinematische Drohnenaufnahme eines weitläufigen Petrochemie-Komplexes bei Nacht aus ca. 300 Metern Höhe. Hunderte beleuchteter Rohrleitungen, Destillationskolonnen und Reaktortürme bilden ein leuchtendes Gitternetz. Bernsteinfarbene, weiß-blaue Industrielichter spiegeln sich auf dem Boden und in Dampfwolken. Anamorphe Linsenoptik, kinematisches Teal-Shadow-Grading Illustration mit AI erstellt.

BASF hat sich heute von einem weiteren großen Teil seiner Beteiligung an Harbour Energy getrennt. Insgesamt wechselten rund 133 Millionen Aktien des britischen Öl- und Gaskonzerns den Besitzer, zu einem Preis von 2,66 Pfund je Aktie und damit mit einem Abschlag von 4,3 Prozent auf den Marktkurs. Es handelt sich um die größte Blocktransaktion in der Geschichte von Harbour Energy. BASFs Anteil sinkt dadurch von etwa 24,3 Prozent auf rund 16,4 Prozent.

Von den verkauften Papieren gingen 80 Millionen Aktien an institutionelle Investoren, während Harbour Energy selbst 53 Millionen Aktien für rund 190 Millionen Dollar zurückkaufte. Die eingezogenen Aktien fließen dabei teilweise in das bereits laufende Rückkaufprogramm des Konzerns ein, das Anfang August mit einem Volumen von 250 Millionen Dollar angekündigt worden war – rund 40 Millionen Dollar des Off-Market-Kaufs werden darauf angerechnet.

Schrittweiser Rückzug mit System

Der erneute Verkauf reiht sich in eine Serie von Transaktionen ein, mit denen BASF seine einst deutlich größere Beteiligung an Harbour Energy sukzessive abbaut.

Für den Ludwigshafener Konzern liefert das frisches Kapital, das in die eigene Kapitalallokation fließen kann – etwa in das im Juli beschlossene Aktienrückkaufprogramm über bis zu 1,0 Milliarde Euro, das im August gestartet ist und bis Ende April 2027 laufen soll. Es ist Teil des im September 2024 angekündigten Gesamtprogramms von 4 Milliarden Euro bis Ende 2028.

Anleger reagierten auf die jüngste Nachrichtenlage zurückhaltend. Die BASF-Aktie gab am heutigen Freitag um 3,0 Prozent nach und fiel auf 51,77 Euro, nachdem sie am Donnerstag noch bei 53,37 Euro geschlossen hatte. Damit rutscht das Papier wieder unter das jüngste Zwischenhoch und liegt gut sechs Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 55,05 Euro, das im April markiert wurde. Auf Jahressicht steht die Aktie trotz des aktuellen Rückschlags weiterhin mit 17 Prozent im Plus.

Belastender Analystenblick aus New York

Zusätzlich Druck kam heute von JPMorgan, das seine Einstufung für BASF auf „Underweight" beließ. Die Analysten des Hauses begründeten ihre skeptische Haltung damit, dass global agierende Chemiekonzerne mit hoher Produktion und starkem Absatz in China und im Rest der Welt aktuell weniger begünstigt seien. Bei erschwertem Zugang zum europäischen Markt drohten solchen Unternehmen zunehmende Überkapazitäten und Preisdruck in anderen Regionen.

Operativ zeigte sich BASF zuletzt jedoch robust. Im zweiten Quartal steigerte der Konzern seinen Umsatz um 16 Prozent auf 17,2 Milliarden Euro und übertraf damit die Erwartungen der Analysten deutlich.

Auch das Ergebnis vor Sondereinflüssen von 2,4 Milliarden Euro fiel besser aus als prognostiziert, sodass BASF seine Guidance für das Gesamtjahr anhob: Das EBITDA vor Sondereinflüssen soll nun zwischen 6,9 und 7,7 Milliarden Euro liegen, nach zuvor 6,2 bis 7,0 Milliarden Euro. Beim freien Cashflow bleibt der Konzern bei seiner bisherigen Spanne von 1,5 bis 2,3 Milliarden Euro.

Für Anleger ergibt sich damit ein zwiespältiges Bild: Operativ liefert BASF solide Zahlen und baut über den Harbour-Verkauf zusätzlichen finanziellen Spielraum auf, während die Kapitalmarktreaktion von struktureller Skepsis gegenüber der europäischen Chemieindustrie geprägt bleibt. Die nächste Standortbestimmung liefert die Bilanzvorlage zum dritten Quartal am 28. Oktober.

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