BASF Aktie: RAG-Stiftung bremst Evonik-Übernahme
Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 05:38 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Ludwigshafener BASF steckt in einer strategischen Zerreißprobe zwischen Zukaufsambitionen und dem Widerstand wichtiger Interessengruppen. Im Zentrum der Diskussionen steht das Interesse an einer Übernahme des Spezialchemiekonzerns Evonik. Während der Konzern die Basis für eine mögliche Aufstockung seiner Offerte sondiert, formiert sich an mehreren Fronten Skepsis.
Widerstand gegen Zukaufspläne
Für den ersten Vorstoß hatte BASF Medienberichten zufolge 22,15 Euro je Evonik-Aktie geboten, stieß damit bei der Gegenseite jedoch auf Ablehnung. Um über ein höheres Gebot zu verhandeln, verlangt der DAX-Konzern vorab Einblick in die Bücher von Evonik.
Doch nicht nur beim Zielunternehmen regt sich Gegenwehr. Zugleich äußerte sich das Kuratorium der RAG-Stiftung zurückhaltend, nachdem es über das Interesse informiert worden war. Evonik selbst betonte nach Bekanntwerden der Annäherungsversuche, dass weiterhin keine Gespräche mit den Ludwigshafenern geführt würden.
Zurückhaltung am Kapitalmarkt
Auch bei professionellen Anlegern stoßen die Fusionsüberlegungen auf Vorbehalte. Analyst James Hooper bestätigte die Einstufung für BASF mit „Outperform“ sowie einem Kursziel von 61 Euro. Zugleich berichtete Hooper von Investorentreffen in Nordamerika, bei denen die Reaktionen auf ein mögliches Synergiepotenzial aus dem Zusammenschluss fast ausnahmslos negativ ausgefallen seien.
Am Aktienmarkt behauptet sich das Papier trotz dieser Gemengelage stabil auf hohem Niveau. Am gestrigen Freitag schloss die Aktie bei 52,96 Euro. Mit einem Zuwachs von 19 Prozent seit Jahresanfang notiert der Titel nur 3,8 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.
Zwischenbericht setzt operative Akzente
Zusätzliche Klarheit über die Geschäftsentwicklung erwarten Marktteilnehmer in den kommenden Tagen. Am 28. Oktober legt BASF die Quartalsmitteilung für das dritte Quartal 2026 vor. Neben den detaillierten Finanzzahlen dürfte sich der Fokus der begleitenden Telefonkonferenz vor allem auf die Kapitalallokation und das weitere Vorgehen im Fall Evonik richten.
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