BASF Aktie: Preise für Spezialchemikalien erhöht
Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 20:47 Uhr | Redaktion boerse-global.de
BASF hat im August mehrere Kernprodukte teurer gemacht. Der Chemiekonzern erhöhte in Europa die Preise für Neopentylglykol um 250 Euro je Tonne und für 1,6-Hexandiol um 300 Euro je Tonne, wirksam sofort beziehungsweise gemäß bestehenden Vertragsbedingungen.
In den USA und Kanada steigt der Preis für NEOL-Neopentylglykol zum 1. September um 221 US-Dollar je Tonne. Die Schritte zeigen, dass BASF in einem für die Branche günstigen Umfeld Preissetzungsmacht nutzt.
Gleichzeitig bremsen Lieferengpässe das operative Geschäft. Wegen extrem niedriger Rheinpegel konnte BASF laut Medienberichten bestimmte Produkte nicht vollständig ausliefern. Bereits Mitte August hatten niedrige Wasserstände nach Reuters-Berichten einzelne Lieferungen erschwert. Für den Verbundstandort Ludwigshafen, der stark auf den Wassertransport angewiesen ist, bleibt das ein wiederkehrendes operatives Risiko in den Sommermonaten.
Branchenstimmung hellt sich auf
Die Ifo-Stimmung in der deutschen Chemiebranche verbesserte sich im August deutlich. Reuters nennt BASF als eines der Unternehmen, die ihre Jahresgewinnprognose zuletzt angehoben haben – begünstigt durch Preis- und Nachfrageeffekte infolge von Lieferstörungen außerhalb Europas. Die jüngsten Preiserhöhungen bei Spezialchemikalien passen in dieses Bild: Wo Wettbewerber ausfallen, kann BASF eigene Margen verteidigen oder ausbauen.
Investitionen am Stammsitz
Parallel zur operativen Preispolitik baut BASF den Standort Ludwigshafen weiter aus. Am Dienstag eröffnete der Konzern die vollmodernisierte Anlage für Säurechloride und Chloroformate im Verbund und verweist dabei auf die Nutzung erneuerbarer Stromzertifikate seit 2025. Am Montag begrüßte BASF zudem 360 neue Auszubildende am Standort, darunter 322 klassische Auszubildende sowie Teilnehmende des Programms „Start in den Beruf“ und Quereinsteigende in der Produktion. Beide Meldungen unterstreichen, dass der Konzern trotz kurzfristiger Lieferprobleme am Kerngeschäft in Ludwigshafen festhält.
Kurs nahe Jahreshoch
An der Börse spiegelt sich die insgesamt positive Nachrichtenlage wider. Die BASF-Aktie notiert aktuell bei 53,59 Euro und liegt damit nur 2,7 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 55,05 Euro vom 14. April.
Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 21 Prozent, das Kursziel von Citigroup, das die Bank am 26. August auf 60 Euro angehoben und die Kaufempfehlung bestätigt hatte, liegt noch darüber. Der Titel bewegt sich mit einem RSI von 66,7 in einer Zone erhöhter Nachfrage, ohne bereits überkauft zu sein.
Für Anleger ergibt sich damit ein zweigeteiltes Bild: Preismacht und ein günstiges Branchenumfeld stützen die Ergebnisaussichten, während wetterbedingte Logistikprobleme am Rhein ein saisonales Risiko bleiben, das sich in den kommenden Wochen je nach Pegelständen erneut bemerkbar machen könnte.
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