BASF, Aktie

BASF Aktie: Mitte 2027 als Börsengang-Zielmarke

Veröffentlicht am: 21.08.2026 um 16:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de

BASF hat den Großteil der Agrarsparte ausgegliedert und peilt Mitte 2027 den Teilbörsengang an. Das Asien-Geschäft soll bis Jahresende folgen.

BASF treibt Agrar-Abspaltung voran: IPO-Ziel 2027 rückt näher
Moderne Chemieanlage im goldenen Morgenlicht als Symbol für industrielle Entwicklung und Marktpotenzial. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

BASF kommt bei der Abspaltung seiner Agrarsparte einen entscheidenden Schritt voran. Der zuständige Vorstand Livio Tedeschi teilte am heutigen Freitag mit, dass der Großteil von Agricultural Solutions in Nord- und Südamerika sowie Europa bereits herausgelöst sei. Das Asien-Geschäft soll bis Ende des Jahres folgen. Damit rückt der für 2027 angestrebte Teilbörsengang näher.

Vorstand setzt klaren Zeitrahmen

Tedeschi machte deutlich, wie ambitioniert der Fahrplan ist: „Im nächsten Jahr konzentrieren wir uns voll und ganz auf einen möglichen Börsengang", sagte er und nannte Mitte 2027 als Zielmarke, um die dafür nötigen Voraussetzungen zu schaffen.

Die Hauptversammlung hatte die Ausgliederung der Agrarsparte bereits im April beschlossen, ein Börsengang wurde damals für das zweite Quartal 2027 in Aussicht gestellt. Finanzkreisen zufolge, wie das Handelsblatt Mitte Juli berichtete, wird für die Sparte eine Bewertung zwischen 20 und 30 Milliarden Euro angestrebt – rund halb so viel wie der gesamte Konzern aktuell an der Börse wert ist.

Parallel zur organisatorischen Trennung investiert BASF weiter in die Substanz der Sparte. Am Agrarzentrum Limburgerhof fließt ein niedriger zweistelliger Millionen-Euro-Betrag in ein neues Climate Center, das die Forschungs- und Zulassungskompetenz stärken soll.

Ende März hatte der Konzern zudem die Übernahme von AgBiTech von Paine Schwartz Partners abgeschlossen, eine Vereinbarung, die bereits im Januar unterzeichnet worden war.

Mit Mary Kurian und Livio Tedeschi wurden im Mai zwei neue Vorstandsmitglieder berufen, während Michael Heinz in den Ruhestand ging – Tedeschi übernahm eigens das neue Ressort Agricultural Solutions, um den Teilbörsengang vorzubereiten.

Konzernumbau auf mehreren Ebenen

Der Agrar-Spin-off ist nur ein Baustein eines umfassenderen Umbaus. Ende Juni schloss BASF den Verkauf der Coatings-Sparte an Carlyle ab, zu einem Unternehmenswert von 7,7 Milliarden Euro. Der Konzern hält seither noch eine 40-prozentige Eigenkapitalbeteiligung am ausgegliederten Geschäft, das nun unter dem Namen Surventis firmiert. Aus der Transaktion floss BASF vor Steuern ein Betrag von rund 5,8 Milliarden Euro zu.

Auch operativ zeigte sich BASF vor gut drei Wochen in besserer Verfassung als noch im Vorjahresquartal: Der Umsatz im zweiten Quartal stieg um 2,4 Milliarden Euro auf 17,2 Milliarden Euro, getragen von einem Preisanstieg von 11,5 Prozent und einem Mengenwachstum von 7,3 Prozent.

Der Konzern hob daraufhin seinen Ergebnisausblick für das Gesamtjahr an, auf ein EBITDA vor Sondereinflüssen von 6,9 bis 7,7 Milliarden Euro. Die Aktie legte seither um 3,0 Prozent zu.

Zusätzlichen Rückenwind lieferte der Start eines neuen Aktienrückkaufprogramms mit einem Volumen von bis zu einer Milliarde Euro, das gestern begann und bis Ende April 2027 laufen soll. Es ist Teil eines im September 2024 angekündigten Gesamtprogramms über 4 Milliarden Euro bis Ende 2028, aus dem BASF zwischen November 2025 und Juni 2026 bereits Aktien im Wert von etwa 1,5 Milliarden Euro zurückgekauft hatte.

Insgesamt sollen gut 31,6 Millionen Aktien eingezogen und das Grundkapital entsprechend herabgesetzt werden. Seit Start des neuen Programms zog der Kurs um 1,4 Prozent an und notiert am Freitag bei 51,97 Euro – knapp sechs Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 55,05 Euro aus dem April.

Am Standort Mumbai eröffnete BASF zudem am heutigen Freitag offiziell ein neues Performance Labor für Windeln und Superabsorber. Für Anleger bleibt der eigentliche Prüfstein jedoch der Agrar-Spin-off: Gelingt die vollständige Herauslösung bis Jahresende wie geplant, wäre der Weg für den Börsengang 2027 frei.

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