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BASF Aktie: Kräne statt Kahn

Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 12:49 Uhr | Redaktion boerse-global.de

BASF erweitert sein Kombiverkehrsterminal in Ludwigshafen, um die Logistik unabhängiger vom Rhein zu machen. Der Bund unterstützt das Projekt mit 51 Millionen Euro.

BASF modernisiert Terminal: Neue Kräne gegen Niedrigwasser-Risiko
Industrielle Chemieanlage bei Sonnenaufgang mit großen Kränen und komplexer Infrastruktur. Illustration mit AI erstellt.

Wenn der Rhein zu wenig Wasser führt, wird es für BASF eng. Rund 40 Prozent der Produktion am Stammwerk Ludwigshafen reist über den Fluss – bei Niedrigwasser drohen Engpässe in der Rohstoffversorgung. Mit dem heutigen Ausbau des Kombiverkehrsterminals will der Konzern genau diese Abhängigkeit entschärfen.

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger und Vorstandschef Markus Kamieth gaben am Montag um 13 Uhr in Ludwigshafen den Startschuss für die Modernisierung. Der Bund fördert das Vorhaben mit 51 Millionen Euro. Die BASF-Aktie reagierte vorbörslich kaum – ein Kursausschlag war angesichts der überschaubaren Investitionssumme im Konzernmaßstab auch nicht zu erwarten.

Ausweichroute für den Ernstfall

Das Terminal am Nordrand des Werksgeländes zählt zu den größten Umschlagpunkten des kombinierten Verkehrs in Europa. Bis zu 25 Ganzzüge werden dort täglich mit mehr als 1.100 Ladeeinheiten beladen, die Anlage ist an Korridore nach Italien, Spanien, Osteuropa und Skandinavien angebunden. Seit dem Start im Jahr 2000 haben sich dort über 7,5 Millionen Umschläge abgespielt – nach BASF-Angaben ebenso viele Lkw-Fahrten, die dadurch entfallen konnten.

BASF-eigene Produkte machen dabei nur 30 bis 40 Prozent der Mengen aus. Den Rest wickeln externe Speditionen wie Bertschi oder Hoyer über die gemeinsame Betreibergesellschaft Kombi-Terminal Ludwigshafen ab. Das Terminal ist damit auch ein Stück Logistikinfrastruktur für die gesamte Region.

Neue Kräne, mehr Kapazität

Konkret ersetzt BASF die vier bestehenden Kräne durch drei neue Modelle mit über 100 Metern Spannweite, eine spätere Aufstockung auf vier Anlagen bleibt möglich. Zusätzlich werden die Zu- und Abfahrtsbereiche für Lastwagen überarbeitet. Auf der rund 260.000 Quadratmeter großen Fläche mit 13 Umschlaggleisen lassen sich schon heute bis zu 370.000 Ladeeinheiten pro Jahr abwickeln.

Der Ausbau ist Teil einer breiteren Strategie, die Rhein-Abhängigkeit des Standorts über Straße und Schiene abzufedern. Sollte der Wasserstand in den kommenden Sommern erneut kritisch sinken, dürfte sich zeigen, wie viel zusätzliche Kapazität die neuen Kräne tatsächlich bringen.

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