BASF Aktie: JPMorgan stuft auf Underweight ab
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 15:20 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die US-Bank JPMorgan blickt mit deutlichen Zweifeln auf die Überlegungen für ein Zusammengehen von BASF und Evonik. Während an den Finanzmärkten über eine Konsolidierung der Chemiebranche debattiert wird, stufte Analyst Chetan Udeshi die BASF-Aktie heute mit „Underweight“ ein und setzte das Kursziel auf 40 Euro. Im Handel verliert das Papier heute 1,4 Prozent auf 50,17 Euro.
JPMorgan bezweifelt Sinn eines Zusammenschlusses
Analyst Chetan Udeshi hält Zusammenschlüsse in der europäischen Chemieindustrie zwar für einen plausiblen Weg, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Eine Kombination aus BASF und Evonik sieht er jedoch nicht als die naheliegendste Lösung. Seiner Einschätzung nach könnte der Konzern anderswo höhere Erträge erzielen und dabei ein geringeres Umsetzungsrisiko eingehen.
Zudem fielen die operativen Schnittmengen überschaubar aus. Zwar überschneiden sich beide Unternehmen bei etwa einem Drittel ihrer Erlöse. Beim operativen Ergebnis sei dieser gemeinsame Anteil jedoch spürbar geringer. Zusammen kamen beide Konzerne zuletzt auf rund 74,00 Milliarden Euro Jahresumsatz.
Spardruck im schwierigen Branchenumfeld
Die strategische Debatte trifft auf eine anhaltend angespannte Lage der heimischen Industrie. Hohe Energiekosten, eine flaue Nachfrage und die starke Konkurrenz aus China setzen den Herstellern seit geraumer Zeit zu. BASF-CEO Markus Kamieth bezeichnete das Geschäftsumfeld im Juni als das schwierigste seit mindestens 25 Jahren.
Als Reaktion darauf setzt das Management seit längerem auf strikte Sparmaßnahmen. Allein in den zweieinhalb Jahren bis Mitte 2026 strich das Unternehmen weltweit rund 7.000 Arbeitsplätze. Angesichts dieses Umfelds birgt ein milliardenschwerer Zukauf beträchtliche Integrationsrisiken, die von den Sparanstrengungen ablenken könnten.
Ungewisser Ausgang der Sondierungen
Dass BASF ein unverbindliches Interesse an einem freiwilligen öffentlichen Angebot für sämtliche Aktien des Essener Konkurrenten hinterlegt hat, stößt am Markt daher auf geteilte Reaktionen. Berichten von Bloomberg zufolge zieht der Konzern bereits seit Monaten externe Berater für das Vorhaben heran. Eine Einigung existiert bislang nicht.
Fortgang und Ausgang der Gespräche gelten als vollkommen offen. Für Anleger bleibt die Senkung der eigenen Kostenbasis vorerst der verlässlichere Hebel, um die Ertragskraft im anhaltenden Gegenwind zu sichern.
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