BASF, Aktie

BASF Aktie: EBITDA springt 53 Prozent auf 2,4 Milliarden

Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 09:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de

BASF übertrifft Analystenerwartungen im zweiten Quartal deutlich, erhöht die Jahresprognose und startet nach dem Coatings-Verkauf ein Aktienrückkaufprogramm.

BASF übertrifft Q2-Erwartungen, hebt Jahresprognose an und startet Aktienrückkauf
Moderne Chemieanlage in der Abenddämmerung als Symbol für industrielle Effizienz und Wachstum. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

BASF hat mit den am Mittwoch vorgelegten endgültigen Zahlen zum zweiten Quartal 2026 die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen und die Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Gleichzeitig meldete der Konzern den Abschluss des Coatings-Verkaufs an Carlyle und den Start eines neuen Aktienrückkaufprogramms. Überschattet wird die positive Nachrichtenlage von einem Rekord-Niedrigwasser am Rhein, das die Logistik am Stammwerk Ludwigshafen belastet.

Starkes zweites Quartal, höhere Jahresprognose

Der Umsatz stieg im zweiten Quartal auf 17,2 Milliarden Euro, ein Plus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das EBITDA vor Sondereinflüssen kletterte um 53 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro und lag damit deutlich über dem von Analysten erwarteten Konsens von 2,1 Milliarden Euro. Für das erste Halbjahr insgesamt weist BASF einen Umsatz von 33,2 Milliarden Euro aus, ein Anstieg von 5,8 Prozent. Das EBITDA vor Sondereinflüssen legte um 715 Millionen Euro auf 4,8 Milliarden Euro zu. Das Ergebnis nach Steuern erreichte 5,1 Milliarden Euro – darin enthalten ist ein Veräußerungsgewinn von 3,5 Milliarden Euro aus dem Coatings-Deal.

Auf Basis dieser Entwicklung hob BASF die Prognose für das EBITDA vor Sondereinflüssen im Gesamtjahr 2026 an: Statt der bisherigen Spanne von 6,2 bis 7,0 Milliarden Euro rechnet der Konzern nun mit 6,9 bis 7,7 Milliarden Euro.

Coatings-Deal abgeschlossen, Rückkaufprogramm startet

Parallel zu den Quartalszahlen bestätigte BASF den Abschluss der Coatings-Transaktion mit dem Finanzinvestor Carlyle. Der Unternehmenswert des Geschäfts liegt bei 7,7 Milliarden Euro, BASF erhält daraus einen Zahlungsmittelzufluss von 5,8 Milliarden Euro vor Steuern. Der Konzern hält weiterhin eine Beteiligung von 40 Prozent an der Einheit, die künftig unter dem Namen Surventis firmiert.

Die frischen Mittel fließen unter anderem in die Aktionärsrendite: Ab August läuft ein neues Rückkaufprogramm über 1,0 Milliarde Euro, das bis April 2027 abgeschlossen sein soll. Es ist Teil eines größeren Rahmens von insgesamt 4 Milliarden Euro, den BASF bis Ende 2028 umsetzen will.

Analysten reagieren gespalten

Die Reaktionen der Analysehäuser auf die Zahlen fielen uneinheitlich aus. UBS-Analyst Christian Bell hob am Freitag sein Kursziel von 52 auf 55 Euro an und bestätigte die Einstufung Neutral; er erhöhte seine Gewinnschätzungen und rechnet mit stabiler Nachfrage bis in die zweite Jahreshälfte hinein. Auch Berenberg-Analyst Sebastian Bray hob sein Kursziel am selben Tag von 47 auf 50 Euro an, beließ das Rating jedoch bei Hold. Er bezeichnete den Bericht als soliden Quartalsausweis, warnte aber davor, dass gesamtwirtschaftliche Faktoren wie der Konflikt um den Iran ein wesentlicher Preistreiber gewesen seien und damit nicht zwingend nachhaltig sind. Skeptischer äußerten sich Jefferies, das sein Kursziel senkte, und JPMorgan, das seine kritische Einstufung mit Verweis auf Sondereffekte im zweiten Quartal bestätigte. Der Analystenkonsens liegt derzeit bei rund 52 bis 53 Euro, bei einer Spannbreite der Einzelschätzungen von 40 bis 63 Euro.

Rhein-Pegel als operatives Risiko

Ein handfestes Risiko für die Produktion liegt derzeit außerhalb der Bilanz: Der Pegel Kaub am Rhein erreichte in dieser Woche mit 24 Zentimetern den niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen 1880. Rund 40 Prozent der Güter am Stammwerk Ludwigshafen werden per Schiff transportiert, was das Werk besonders anfällig für Lieferkettenengpässe macht. Das eigens für solche Niedrigwasser-Szenarien gebaute Tankschiff „Stolt Ludwigshafen“ benötigt mindestens 30 Zentimeter Pegelstand und fährt selbst bei einem Meter Wasserstand nur mit halber Ladung. Branchenweit rechnet ein Ökonom des Instituts der deutschen Wirtschaft für das dritte Quartal mit einer Dämpfung des Bruttoinlandsprodukts von 0,1 bis 0,2 Prozent sowie einem Wertschöpfungsausfall von 1 bis 2 Milliarden Euro in den besonders betroffenen Branchen Chemie, Mineralöl und Stahl.

Kursreaktion an der Börse

Die BASF-Aktie schloss am Freitag bei 51,48 Euro und legte damit um 1,18 Prozent zu. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 15,87 Prozent zu Buche. Zum 52-Wochen-Hoch von 55,05 Euro, erreicht im April, fehlen der Aktie derzeit noch 6,49 Prozent.

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