BASF, Aktie

BASF Aktie: Coatings-Verkauf bringt 3,5 Milliarden

Veröffentlicht am: 04.09.2026 um 10:07 Uhr | Redaktion boerse-global.de

BASF verbucht 3,5 Milliarden Euro aus dem Coatings-Verkauf und plant im dritten Quartal 2026 Rückzahlungen über 1,6 Milliarden Euro.

Makroaufnahme von bunten glänzenden Kunststoff-Pellets in verschiedenen Farben
BASF SE (ISIN DE000BASF111) produziert Kunststoffe und Polymere, dargestellt als farbenfrohe Granulat-Pellets in Makroaufnahme Illustration mit AI erstellt.

BASF hat den Verkauf seines Coatings-Geschäfts an den Finanzinvestor Carlyle Ende Juni abgeschlossen und dabei einen Veräußerungsgewinn nach Steuern von 3,5 Milliarden Euro erzielt.

Der Konzern nutzt den Mittelzufluss, um seine Finanzstruktur zu straffen: Im dritten Quartal 2026 will BASF Anleihen und Darlehen mit einem Nominalvolumen von 1,6 Milliarden Euro zurückzahlen. Die Transaktion zeigt, wie das Unternehmen aus dem Ausstieg aus der Lacksparte konkrete finanzielle Spielräume schafft, statt den Erlös nur als Bilanzposten zu verbuchen.

Die EU-Kommission hatte den Verkauf bereits im Juni genehmigt, allerdings unter der Auflage, dass Carlyle sein weltweites Polysulfid-Geschäft von Nouryon veräußert. Mit dem Abschluss der Transaktion trennt sich BASF endgültig von einem Geschäftsfeld, das nicht mehr zum Kern der Konzernstrategie zählt.

Operatives Geschäft liefert zusätzlichen Rückenwind

Parallel zur Bilanzbereinigung läuft das operative Geschäft rund. Im zweiten Quartal 2026 steigerte BASF den Umsatz um 16 Prozent auf 17,2 Milliarden Euro. Treiber waren sowohl höhere Preise mit einem Plus von 11,5 Prozent als auch ein Mengenwachstum von 7,3 Prozent. Diese Kombination aus Preis- und Volumeneffekt gilt in der Chemiebranche als besonders belastbares Signal, weil sie nicht allein von kurzfristigen Preiserhöhungen abhängt.

Die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr hatte der Konzern bereits vor rund einem Monat angehoben, die Aktie legte seither um 5,7 Prozent zu. Die Free-Cashflow-Guidance von 1,5 bis 2,3 Milliarden Euro blieb dabei unverändert – ein Hinweis darauf, dass BASF trotz höherer Ertragserwartung an einer konservativen Cashflow-Planung festhält. Genau dieser Cashflow-Puffer dürfte nun helfen, die geplante Anleihenrückzahlung ohne zusätzlichen Finanzierungsbedarf zu stemmen.

Kurs nähert sich altem Hoch

Die Aktie schloss am Donnerstag bei 53,36 Euro und liegt damit nur noch 3,1 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 55,05 Euro, das im April markiert wurde.

Seit Jahresbeginn steht ein Kursplus von 20 Prozent zu Buche, binnen zwölf Monaten sind es 21 Prozent. Der Wert notiert damit deutlich über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 48,85 Euro, was auf einen intakten mittelfristigen Aufwärtstrend hindeutet.

Für Anleger verdichtet sich damit ein Bild: BASF entlastet seine Bilanz durch den Portfolioumbau, während das Kerngeschäft mit soliden Umsatzzuwächsen zusätzliche Substanz liefert. Das im September 2024 aufgelegte Aktienrückkaufprogramm mit einem Gesamtvolumen von 4 Milliarden Euro bis Ende 2028 – von dem BASF vor gut einer Woche eine neue Tranche über bis zu 1 Milliarde Euro beschlossen hatte – ergänzt diese Kapitaldisziplin.

Zwischen November 2025 und Juni 2026 hatte der Konzern bereits Aktien im Wert von rund 1,5 Milliarden Euro zurückgekauft. Die Kombination aus Entschuldung, operativem Wachstum und Kapitalrückführung dürfte die Grundlage dafür bilden, dass sich der Kurs weiter in Richtung seines Jahreshochs bewegt.

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