BASF, Aktie

BASF Aktie: Carlyle-Deal bringt 3,5 Milliarden Euro

Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 19:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de

BASF übertrifft im zweiten Quartal die Analystenerwartungen, hebt die Jahresprognose an und startet ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu einer Milliarde Euro.

BASF übertrifft Erwartungen und startet milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm
Abstrakte Darstellung eines modernen Chemieparks bei Sonnenuntergang als Symbol für industrielle Investitionen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

BASF hat mit den Zahlen zum zweiten Quartal 2026 die Erwartungen der Analysten klar übertroffen und legt nun nach: Am 3. August startete der Ludwigshafener Chemiekonzern ein neues Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu 1,0 Milliarden Euro. Die Aktie reagierte am Freitag mit einem Kursplus von 1,18 Prozent auf 51,48 Euro und hat damit binnen 30 Tagen rund 8,04 Prozent zugelegt.

Starkes zweites Quartal treibt Ergebnisausblick nach oben

Nach eigenen Angaben stieg der Umsatz im zweiten Quartal 2026 um 16 Prozent auf 17,2 Milliarden Euro, nach 14,8 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Noch deutlicher fiel der Ergebnissprung aus: Das EBITDA vor Sondereinflüssen kletterte auf 2,4 Milliarden Euro und lag damit klar über der Analystenschätzung von 2,1 Milliarden Euro sowie weit über dem Vorjahreswert von 1,6 Milliarden Euro. Zusätzlich verbuchte BASF einen Veräußerungsgewinn von 3,5 Milliarden Euro nach Steuern aus dem Verkauf des Coatings-Geschäfts an Carlyle, der Ende Juni abgeschlossen wurde.

Angesichts dieser Entwicklung hob der Konzern seine Jahresprognose an: Für 2026 erwartet BASF nun ein EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 6,9 und 7,7 Milliarden Euro, nach zuvor 6,2 bis 7,0 Milliarden Euro. Die Prognose für den freien Cashflow bleibt unverändert bei 1,5 bis 2,3 Milliarden Euro.

Neues Rückkaufprogramm und Schuldenabbau

Das am 3. August gestartete Rückkaufprogramm läuft bis Ende April 2027 und ist Teil eines im September 2024 angekündigten Gesamtvolumens von 4 Milliarden Euro, das BASF bis Ende 2028 an die Aktionäre zurückgeben will. Bereits zwischen November 2025 und Juni 2026 hatte der Konzern Aktien im Wert von rund 1,5 Milliarden Euro erworben – 31.600.261 Aktien, entsprechend etwa 3,5 Prozent des Grundkapitals, sollen eingezogen werden, was das Grundkapital entsprechend reduziert.

Parallel dazu will BASF im dritten Quartal 2026 Anleihen und Kredite mit einem Nominalvolumen von 1,6 Milliarden Euro vorzeitig zurückzahlen, um die Nettoverschuldung zu senken. Der Coatings-Deal mit Carlyle brachte dem Konzern nach eigenen Angaben einen Zahlungsmittelzufluss vor Steuern von rund 5,8 Milliarden Euro; BASF hält nach Abschluss der Transaktion noch eine 40-prozentige Eigenkapitalbeteiligung an Surventis, dem ehemaligen Coatings-Geschäft.

Portfolio in Bewegung, Analysten reagieren positiv

Die Coatings-Transaktion ist nicht die einzige Portfoliobewegung der vergangenen Monate. Bereits im Mai hatte BASF eine Vereinbarung zum Verkauf des Silikatgeschäfts sowie von Vermögenswerten am Standort Düsseldorf/Holthausen an PQ unterzeichnet, deren Abschluss für das zweite Quartal 2026 vorgesehen war. Im Agrargeschäft schloss die Tochter BASF Agricultural Solutions Ende März die Übernahme von AgBiTech von Paine Schwartz Partners ab.

Die Reaktionen aus der Analystenschaft fielen am Freitag positiv aus: UBS hob das Kursziel für BASF von 52 auf 55 Euro an und bestätigte die Einstufung Neutral. Berenberg erhöhte sein Kursziel von 47 auf 50 Euro und beließ die Einstufung bei Hold. Beide Bewertungen erfolgten im Anschluss an die Quartalszahlen und den angehobenen Jahresausblick.

Auf der Personalseite hatte BASF bereits zum 1. Mai personelle Weichen gestellt: Mary Kurian und Livio Tedeschi wurden in den Vorstand berufen, während Michael Heinz zum 30. April in den Ruhestand ging. Die nächsten Quartalszahlen will BASF am 27. Oktober veröffentlichen.

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