BASF Aktie: Anlage in Schwarzheide verzögert
Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 20:29 Uhr | Redaktion boerse-global.de
BASF muss heute einen Dämpfer bei den Analystenurteilen verdauen. Sowohl MWB als auch ein weiteres Analysehaus stuften die Aktie von "Kaufen" auf "Halten" zurück. Die Begründung ist bei beiden ähnlich: Die Bewertungslücke zum fairen Wert habe sich geschlossen, ein neuer Kurstreiber fehle derzeit. Das Kursziel bleibt dennoch bei 55,00 Euro unverändert.
Die Kursreaktion fällt trotz der Abstufung moderat positiv aus. Die Aktie notiert bei 53,45 Euro und legt damit um 1,3 Prozent zu. Damit nähert sich das Papier weiter dem 52-Wochen-Hoch von 55,05 Euro, von dem es nur noch knapp 2,9 Prozent entfernt liegt.
Strukturelle Kosteneinsparungen als Stütze
Nach Einschätzung des Analystenhauses, das BASF zurückstufte, stützen strukturelle Kosteneinsparungen und laufende Aktienrückkäufe den Kurs, auch wenn die Cash Conversion weiterhin als Schwachpunkt gilt.
MWB begründet die eigene Herabstufung mit einem nun "normalisierten Chance-Risiko-Profil" – nach der starken Kursentwicklung der vergangenen Monate sehen die Analysten das Verhältnis von möglichem Gewinn zu Risiko nicht mehr so attraktiv wie zuvor.
Für Anleger bedeutet das: Der Rückenwind aus einer offensichtlichen Unterbewertung, der die Aktie zuletzt getrieben hat, lässt nach. Wer auf einen weiteren Kurssprung setzt, braucht künftig einen konkreten operativen Auslöser statt einer reinen Bewertungskorrektur.
Betrieb in Schwarzheide verzögert sich
Neben der Analystenmeinung sorgt ein handfestes operatives Ereignis für Gesprächsstoff: BASF musste die geplante Inbetriebnahme einer Anlage im Industriepark Lausitz am heutigen Mittwoch verschieben. Grund ist ein Anschlag auf ein Umspannwerk bei Jänschwalde, der die Stromversorgung in der Region beeinträchtigt hat.
Der Standort Schwarzheide gehört zum insgesamt 300 Hektar großen Industriepark und ist Teil der Batteriematerial-Aktivitäten des Konzerns. Ein neuer Termin für die Inbetriebnahme wurde bislang nicht genannt.
Nachwuchsoffensive und Innovationen im Konsumentengeschäft
Auf der Personalseite meldet BASF am Standort Ludwigshafen einen Ausbildungsstart mit 360 jungen Menschen – darunter 322 Auszubildende, 38 Teilnehmer des Programms "Start in den Beruf" und 59 Quereinsteiger.
Arbeitsdirektorin Katja Scharpwinkel betont die Bedeutung der Investition in Fachkräfte für den Standort. Nach eigenen Angaben gingen für das laufende Jahr mehr als 10.000 Bewerbungen ein, rund 2.000 mehr als im Vorjahr. Die Bewerbungsphase für den Ausbildungsstart 2027 läuft bereits.
Im Konsumgütersegment wurde BASF zudem mit dem Ringier Technology Innovation Award in der Kategorie Tenside ausgezeichnet. Die Auszeichnung ging an die Reinigungstechnologie Plantapon Amino ASP, eine vegane, RSPO-zertifizierte Aminosäure-Formulierung ohne Konservierungsmittel, die unter anderem in Gesichtsreinigern und Shampoos zum Einsatz kommt.
Die Preisverleihung fand in Shanghai statt. Im Agrargeschäft brachte BASF zudem neue Fungizide für den Weinbau auf den Markt und stellte mit dem Pheromon-Spray Apthena eine biologische Alternative zur Bekämpfung von Blattläusen vor, die in Feldversuchen Nützlingspopulationen in Erbsen und Zuckerrüben deutlich erhöhte.
Für Anleger bleibt das Bild gemischt: Operative Fortschritte in Nachwuchsgewinnung und Innovation stehen einer nüchterneren Bewertungsperspektive der Analysten gegenüber, während ein externer Zwischenfall den Zeitplan am Standort Schwarzheide durchkreuzt.
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