BASF, Aktie

BASF Aktie: Agrarsparte weitgehend ausgegliedert

Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 09:56 Uhr | Redaktion boerse-global.de

BASF hat die Trennung der Agrarchemie in mehreren Regionen weitgehend vollzogen und bereitet bis Mitte 2027 den Börsengang vor.

Architektur-Render eines modernen Bürogebäudes neben einer Chemieanlage bei Tageslicht
BASF SE (ISIN DE000BASF111) unterhält moderne Verwaltungsgebäude direkt neben großflächigen industriellen Chemieanlagen und Produktionsstätten Illustration mit AI erstellt.

BASF kommt bei der Verselbstständigung seiner Agrarchemiesparte spürbar voran. Vorstandsmitglied Livio Tedeschi bestätigte am Mittwoch vergangener Woche, dass die Ausgliederung des Geschäfts in Nord- und Südamerika sowie in Europa bereits weitgehend abgeschlossen ist. Asien soll bis Jahresende folgen.

Neue Konzernzentrale für eigenständiges Geschäft

Parallel zur operativen Trennung baut BASF eine eigene Hauptzentrale für die künftige Gesellschaft auf, die das Agrargeschäft unabhängig steuern soll. Bis Mitte 2027 will der Konzern alle Voraussetzungen für den Börsengang geschaffen haben.

In Finanzkreisen wird laut Handelsblatt mit einer Bewertung zwischen 20 und 30 Milliarden Euro gerechnet – rund halb so viel, wie die gesamte BASF-Gruppe derzeit an der Börse wert ist. Der geplante Schritt würde die Konzernstruktur spürbar verschlanken und Kapital für die verbliebenen Kerngeschäfte freisetzen.

Der Zeitplan fügt sich in eine Serie struktureller Eingriffe, mit denen BASF sein Portfolio neu ordnet. Erst im Frühsommer hatte der Konzern das Coatings-Geschäft an den Finanzinvestor Carlyle verkauft und dabei einen Veräußerungsgewinn von 3,5 Milliarden Euro nach Steuern sowie rund 5,8 Milliarden Euro an Zahlungsmitteln verbucht.

Solche Transaktionen zeigen, dass BASF gezielt Randbereiche abstößt, um sich auf Kernsegmente zu konzentrieren – die Agrarchemiesparte dürfte diesem Muster folgen, sobald sie eigenständig an den Kapitalmarkt geht.

Operativer Turnaround untermauert die Strategie

Die Ausgliederungspläne fallen in eine Phase, in der BASF operativ deutlich zulegt. Ende Juli meldete der Konzern für das zweite Quartal einen Anstieg des EBITDA vor Sondereinflüssen um 54 Prozent gegenüber dem Vorjahr, getragen von höheren Absatzmengen, verbesserter Preisgestaltung und beschleunigten Kostensenkungen.

In der Folge hob BASF seine Jahresprognose für das EBITDA vor Sondereinflüssen auf eine Spanne von 6,9 bis 7,7 Milliarden Euro an, nachdem zuvor 6,2 bis 7,0 Milliarden Euro in Aussicht gestellt worden waren – ein Schritt, der die Aktie in den vergangenen Wochen bereits gestützt hat.

Der Konzern hat seit Anfang 2024 rund 7.000 Stellen abgebaut und erreicht mittlerweile eine jährliche Kosteneinsparungsrate von 2,0 Milliarden Euro, mit Kurs auf das Jahresendziel von 2,3 Milliarden Euro. Allerdings zeigt der freie Cashflow noch Schwächen: Im ersten Halbjahr lag er bei minus 1,6 Milliarden Euro, im zweiten Quartal allein bei minus 189 Millionen Euro, belastet durch Working-Capital-Effekte und Restrukturierungskosten.

Aktie nahe Jahreshoch

An der Börse spiegelt sich die Kombination aus operativer Erholung und strategischer Neuausrichtung wider. Die BASF-Aktie schloss am Dienstag bei 52,76 Euro und liegt damit nur 4,2 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 55,05 Euro, das sie im April markierte.

Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 19 Prozent zu Buche. Der geplante Börsengang der Agrarsparte dürfte nach Einschätzung von Marktbeobachtern zum nächsten wichtigen Bewertungstreiber werden, sobald die Details zur Kapitalstruktur und zum Streubesitz konkreter werden.

Auf der Hauptversammlung Ende April hatten die Aktionäre für das Geschäftsjahr 2025 eine Dividende von 2,25 Euro je Aktie beschlossen – ein Signal dafür, dass BASF trotz des laufenden Konzernumbaus an der Ausschüttungspolitik festhält.

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