BASF Aktie: Agrar-Börsengang Mitte 2027 beschlossen
Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 14:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Ludwigshafener Chemiekonzern BASF treibt seine Neuausrichtung mit Nachdruck voran. Während das operative Geschäft nach der vor über einem Monat angehobenen Jahresprognose solidere Erträge liefert, formiert das Management die künftige Struktur des DAX-Konzerns.
Nach dem Vollzug milliardenschwerer Transaktionen und der Weichenstellung für die Agrarsparte rücken nun die operativen Zwischenschritte und die strategische Bestandsaufnahme zum Jahresende in das Blickfeld der Investoren.
Portfoliostruktur gewinnt an Kontur
Die Trennung von Randbereichen und die Fokussierung des Kerngeschäfts zeigen greifbare Resultate. Bereits Ende Juni schloss BASF die Veräußerung des Coatings-Bereichs an den Finanzinvestor Carlyle bei einem Unternehmenswert von 7,7 Milliarden Euro ab. Der Schritt brachte dem Konzern einen Zahlungsmittelzufluss vor Steuern von rund 5,8 Milliarden Euro ein. BASF bleibt mit 40 Prozent am nun als Surventis firmierenden Unternehmen beteiligt.
Parallel dazu steht für die zweite Jahreshälfte der Vollzug des Verkaufs des Silikategeschäfts sowie der Anlagen am Standort Düsseldorf/Holthausen an das Unternehmen PQ an. Diese Desinvestitionen schaffen finanzielle Spielräume und reduzieren die Komplexität im Konzern, während am Heimatstandort Ludwigshafen die Standortsicherung im Fokus bleibt.
Vorbereitungen für den Agrar-Börsengang laufen
Als wichtigster Hebel der Transformation gilt die Abspaltung der Agrarsparte. Nachdem BASF am vergangenen Montag die Vorbereitungen mit der Mandatierung von vier Investmentbanken formalisierte, laufen die internen Arbeiten auf Hochtouren.
Geplant ist eine Notierung als Societas Europaea an der Frankfurter Wertpapierbörse bis Mitte 2027. Medienberichten zufolge sind bereits 80 Prozent des weltweiten Geschäfts von Agricultural Solutions auf eigenständige Einheiten mit einem separaten ERP-System übertragen worden.
Ein wichtiges Zwischenziel markiert der 24. November. An diesem Tag will der Konzern bei einem Capital Markets Day detaillierten Einblick in die operative und strategische Lage der Agrarsparte geben. Vor dieser strategischen Standortbestimmung legt BASF am 28. Oktober die Zahlen zum dritten Quartal vor.
Analysten reagieren verhalten positiv
Am Kapitalmarkt wird der Umbaukurs mit vorsichtigem Optimismus begleitet. Am Freitag ging die BASF-Aktie mit einem Schlusskurs von 51,53 Euro aus dem Handel. Auf Jahressicht verzeichnet der Titel seit Jahresanfang ein Plus von 16 Prozent.
Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob die operative Erholung die gesteckten Jahresziele stützt. Nach dem deutlichen Zuwachs im zweiten Quartal peilt das Management für das Gesamtjahr ein EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 6,9 und 7,7 Milliarden Euro an. Die anstehenden Quartalszahlen werden hierfür den entscheidenden Gradmesser liefern.
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