BASF, Aktie

BASF Aktie: 1,6 Milliarden Schuldenabbau im Q3 2026

Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 21:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de

BASF beginnt Aktienrückkauf über eine Milliarde Euro und plant Anleihetilgung. Gestützt wird dies durch starke Halbjahreszahlen und angehobene Prognose.

BASF startet Milliarden-Rückkauf und kündigt Schuldenabbau an
Abstrakte Darstellung einer modernen Industrieanlage bei goldenem Licht, die finanzielle Stabilität symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

BASF hat heute mit dem Rückkauf eigener Aktien im Volumen von bis zu 1,0 Milliarden Euro begonnen. Das Programm soll bis April 2027 laufen und ist Teil des im September 2024 angekündigten Rahmenplans über insgesamt 4 Milliarden Euro. Parallel dazu kündigte der Ludwigshafener Chemiekonzern für das dritte Quartal 2026 die vorzeitige Rückzahlung von Anleihen und Darlehen im Nominalvolumen von 1,6 Milliarden Euro an, um die Nettoverschuldung zu senken.

Kapitalrückführung trifft auf Entschuldung

Die doppelte Ankündigung markiert einen Kurswechsel in der Kapitalallokation: Statt allein auf Kostensenkung zu setzen, kombiniert BASF nun Ausschüttung an Aktionäre mit gezieltem Schuldenabbau. Möglich wird das durch eine deutlich verbesserte Ergebnislage im ersten Halbjahr. Der Rückkauf und die geplante Tilgung fußen auf der finanziellen Basis, die der Konzern zuletzt mit starken Quartalszahlen geschaffen hat.

Starkes zweites Quartal als Fundament

Ende Juli hatte BASF die endgültigen Zahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt: Der Umsatz stieg um 16,4 Prozent auf 17,2 Milliarden Euro, das bereinigte EBITDA kletterte auf 2,45 Milliarden Euro. Das Nettoergebnis lag bei 4,1 Milliarden Euro – ein Wert, der maßgeblich durch einen Devestitionsgewinn getrieben wurde. Dieser resultierte aus dem abgeschlossenen Verkauf von 60 Prozent des Fahrzeugserien- und Autoreparaturlack-Geschäfts an den US-Finanzinvestor Carlyle. Bereits im Juli hatte BASF vorläufige Zahlen veröffentlicht, deren EBITDA vor Sondereinflüssen von 2,4 Milliarden Euro damals deutlich über dem Analystenkonsens gelegen hatte.

Auf Basis dieser Entwicklung hob der Konzern am 31. Juli seine Prognose für das Gesamtjahr 2026 an. Erwartet wird nun ein EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 6,9 und 7,7 Milliarden Euro, nachdem zuvor eine Spanne von 6,2 bis 7,0 Milliarden Euro in Aussicht gestellt worden war. Die angehobene Guidance untermauert den finanziellen Spielraum, den BASF jetzt für Rückkauf und Schuldenabbau nutzt.

CoreShift kostet Stellen, senkt aber Kosten

Der finanzielle Rückenwind speist sich auch aus dem laufenden Konzernumbau. BASF hat seit Januar 2024 weltweit rund 7.000 Stellen abgebaut. Ziel ist eine jährliche Kosteneinsparung von 2,3 Milliarden Euro bis Ende 2026 – davon sind nach Unternehmensangaben bereits 2,0 Milliarden Euro erreicht. Die Kehrseite zeigt sich besonders deutlich im Stammwerk Ludwigshafen: Dort fiel die Zahl der Vollzeitstellen im Mai 2026 erstmals seit 1954 auf unter 30.000, wie Reuters berichtete. Der Konzernumbau trägt damit einen historischen Wendepunkt für den größten BASF-Standort in sich, während er zugleich die Ergebnisbasis für Kapitalmaßnahmen wie den heutigen Rückkaufstart schafft.

Die Analysten von Morningstar bestätigten Ende Juli, kurz nach Vorlage der Quartalszahlen, ihre Fair-Value-Schätzung von 61,00 Euro für die BASF-Aktie und lobten dabei ausdrücklich den „CoreShift“-Plan zur Fixkostensenkung als tragendes Element der Bewertung.

Kursreaktion und Blick nach vorn

An der Börse notierte die BASF-Aktie am Mittwoch bei 50,87 Euro und damit 0,55 Prozent höher als am Vortag. Seit Jahresbeginn hat das Papier deutlich zugelegt, bleibt aber gut 7,6 Prozent unterhalb seines 52-Wochen-Hochs von 55,05 Euro, das im April markiert wurde. Die Kombination aus Rückkaufstart, angehobener Prognose und angekündigtem Schuldenabbau liefert dem Markt gleich mehrere positive Signale binnen wenigen Tagen.

Anleger richten den Blick nun auf den 28. Oktober, wenn BASF die Quartalsmitteilung zum dritten Quartal 2026 veröffentlicht. Dann dürfte sich zeigen, ob die angekündigte Anleihe- und Darlehensrückzahlung im Volumen von 1,6 Milliarden Euro tatsächlich wie geplant umgesetzt wird und wie sich die angehobene Jahresprognose im weiteren Geschäftsverlauf bestätigt.

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