BASF Aktie: 1,6 Milliarden Euro Schuldenabbau geplant
Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 01:49 Uhr | Redaktion boerse-global.de
BASF tritt beim Aktienrückkauf aufs Gaspedal. Der Ludwigshafener Chemiekonzern hat binnen einer Woche fast 700.000 eigene Aktien vom Markt genommen. Parallel schrumpft der Konzern seine Schulden in einem Tempo, das Anleger aufhorchen lässt.
695.000 Aktien in einer Woche
Zwischen dem 10. und 14. August kaufte BASF 695.000 eigene Aktien über die Börse zurück. Das teilte der Konzern in einer Pflichtmitteilung mit. Der Kurs je Aktie lag dabei zwischen 50,27 und 51,52 Euro, je nach Handelstag und Handelsplatz.
Das Gesamtprogramm läuft seit dem 3. August 2026. Es umfasst bis zu 1,0 Milliarden Euro und soll spätestens Ende April 2027 abgeschlossen sein. BASF zieht die zurückgekauften Aktien anschließend ein. Das senkt das Grundkapital und erhöht rechnerisch den Gewinn je Aktie für alle verbleibenden Anteilseigner.
Der Rückkauf ist kein Einzelschritt. Er gehört zu einer größer angelegten Strategie: Bis 2028 will BASF mindestens 12 Milliarden Euro über Dividenden und Rückkäufe an die Aktionäre zurückgeben.
Schulden runter, Rating sichern
Zum Rückkauf kommt ein zweiter Baustein: der Schuldenabbau. BASF plant, im laufenden dritten Quartal Anleihen und Darlehen im Nominalvolumen von 1,6 Milliarden Euro vorzeitig zurückzuzahlen.
Das Ziel dahinter: die Nettoverschuldung deutlich senken und das angestrebte „Single A"-Rating langfristig sichern. CFO Dirk Elvermann hatte bereits zur Halbjahresbilanz erklärt, dass das aktuelle Fälligkeitsprofil der Anleihen 2026 eine große Entschuldungsphase ermöglicht. Das soll dem Konzern finanzielle Flexibilität geben, während er seine Segmente umbaut.
Der Markt honoriert die Doppelstrategie
Die BASF-Aktie notiert aktuell bei 50,98 Euro, ein Plus von 0,9 Prozent zum Vortag. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Kursgewinn von 6,4 Prozent – ein deutliches Signal, dass Anleger die Kombination aus Kapitalrückfluss und Bilanzdisziplin positiv bewerten.
Charttechnisch hat die Aktie zuletzt die 100-Tage-Linie bei 50,70 Euro überwunden. Das unterstreicht den mittelfristigen Aufwärtstrend, ohne dass der RSI von 56,8 bereits eine Überhitzung anzeigt.
Ein weiterer Katalysator bleibt für später vorgemerkt: der für 2027 geplante Börsengang der Agrarsparte Agriculture Solutions. Bis dahin richten sich die Blicke auf den 28. Oktober 2026. Dann legt BASF den vollständigen Quartalsbericht für das dritte Quartal vor – mit weiteren Details zum Sparprogramm und zur Auslastung der Chemieanlagen.
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