Banca Monte Dei Paschi Siena Aktie: Lovaglio warnt vor Wertvernichtung
Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 17:29 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die italienische Banca Monte dei Paschi di Siena (MPS) hat am heutigen Freitag ihre Gewinnprognose für das Gesamtjahr 2026 angehoben. Gleichzeitig wappnet sich das Institut gegen einen Übernahmeversuch durch den Konkurrenten Intesa Sanpaolo. Wie die Bank mitteilte, werden derzeit gemeinsam mit Beratern strategische Optionen zur Verteidigung geprüft, um das unaufgeforderte Übernahmeangebot im Wert von 30,6 Milliarden Euro abzuwehren.
Rekordergebnisse übertreffen Analystenschätzungen
Im zweiten Quartal 2026 verzeichnete MPS einen Nettogewinn von 610,2 Millionen Euro. Dieser Wert lag deutlich über dem Analystenkonsens, der im Vorfeld von 543 Millionen Euro ausgegangen war. Im Vergleich zum Auftaktquartal des laufenden Jahres entspricht dies einer Steigerung von 20,2 Prozent. Für das gesamte erste Halbjahr 2026 beläuft sich der Nettogewinn damit auf 1,118 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von 25,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.
Trotz der positiven Gesamtentwicklung meldete die Konzerntochter Mediobanca für ihre Wealth-Management-Sparte einen Gewinnrückgang. In den ersten sechs Monaten des Jahres sank der Nettogewinn in diesem Bereich um 33 Prozent auf 81 Millionen Euro. Als Gründe wurden eine höhere Steuerlast sowie Einmalzahlungen in Höhe von 18 Millionen Euro genannt. Auf Gruppenebene konnte Mediobanca den Nettogewinn dennoch um 5,9 Prozent auf 711,2 Millionen Euro steigern.
CEO warnt vor Wertvernichtung durch Intesa-Gebot
Das Übernahmeangebot von Intesa Sanpaolo sieht vor, etwa 635 Filialen der Banca Monte dei Paschi an den Versicherer Unipol zu veräußern, um wettbewerbsrechtliche Bedenken auszuräumen. CEO Luigi Lovaglio kritisierte diesen Plan am heutigen Freitag deutlich und erklärte, ein solcher Schritt würde „Werte zerstören“. Lovaglio betonte zudem, dass die Bank mit einer harten Kernkapitalquote (CET1) von 16,3 Prozent über eine hohe strategische Flexibilität für ihre Verteidigungsmaßnahmen verfüge.
An der Börse notiert die Aktie von Banca Monte dei Paschi am heutigen Freitag bei 11,89 Euro, was einem leichten Rückgang von 0,08 Prozent entspricht. Seit Jahresbeginn konnte das Papier jedoch eine deutliche Wertsteigerung von 30,04 Prozent verzeichnen.
Unterstützung durch stabile Kapitalbasis und neutrale Regierung
In den Übernahmepoker ist auch die italienische Regierung involviert. Finanzminister Giancarlo Giorgetti gab am Mittwoch bekannt, dass das Ministerium seinen verbleibenden Anteil von 4,9 Prozent an MPS „neutral“ verwalten werde. Damit wolle die Regierung eine Einmischung in die laufenden M&A-Aktivitäten vermeiden, auch wenn ein beschleunigtes Platzierungsverfahren (ABB) bereits vorbereitet, aber noch nicht umgesetzt wurde.
Analyst Jesus Rodriguez Aguilar äußerte sich heute kritisch zu dem Vorhaben von Intesa Sanpaolo und gab zu bedenken, dass die aktuellen Bedingungen des Angebots für Investoren nicht attraktiv genug seien. Demgegenüber hob das Analysehaus ?SK Primers am heutigen Freitag den erfolgreichen Turnaround der Bank sowie die strategischen Optionen im Rahmen der Marktkonsolidierung hervor. Nachdem Banco BPM am 31. Juli offiziell aus Fusionsgesprächen mit MPS ausgestiegen war, gilt die aktuelle Eigenständigkeit als zentraler Punkt der bankinternen Strategie. Die Veröffentlichung der Ergebnisse für das dritte Quartal wird für den 5. November 2026 erwartet.
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