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Banca Monte Dei Paschi Siena Aktie: Lovaglio erwägt Gegenwehr mit Banco-BPM-Kauf

Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 12:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach dem Aus der Fusionsgespräche plant MPS-CEO Lovaglio eine eigene Übernahme der Banco BPM, um die feindliche Offerte von Intesa Sanpaolo abzuwehren.

MPS-Chef Lovaglio erwägt Gegenofferte für Banco BPM nach gescheiterten Verhandlungen
Moderne Glasarchitektur im Finanzviertel bei Dämmerung, symbolisiert strategische Konsolidierung und Bankenwesen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Nach dem Scheitern der Fusionsgespräche mit der Banco BPM am vergangenen Freitag steht die Banca Monte dei Paschi di Siena (MPS) vor einer neuen strategischen Weichenstellung. Der Verwaltungsrat der Banco BPM hatte die Verhandlungen mit dem traditionsreichen Institut aus Siena einstimmig abgebrochen, da die notwendigen Bedingungen für eine Einigung nicht gegeben seien. Damit rückt die bereits seit Juni vorliegende feindliche Übernahmeofferte von Intesa Sanpaolo wieder massiv in den Vordergrund.

Lovaglio prüft Gegenwehr nach BPM-Absage

Wie die Financial Times berichtet, erwägt MPS-CEO Luigi Lovaglio nun eine direkte Übernahme der Banco BPM, um den Zugriff durch Intesa Sanpaolo zu verhindern. Diese Strategie wird in Marktkreisen als Versuch gewertet, die Unabhängigkeit des im Jahr 1472 gegründeten Bankhauses zu wahren. Der Erfolg eines solchen Vorstoßes hängt jedoch entscheidend von der Haltung der französischen Großbank Crédit Agricole ab.

Crédit Agricole ist mit einem Anteil von 29,3 Prozent die größte Aktionärin der Banco BPM und hatte sich in der Vergangenheit skeptisch gegenüber einer Fusion mit Monte dei Paschi gezeigt. Laut Medienberichten bevorzugt die französische Seite eine engere Verflechtung der Banco BPM mit ihrer eigenen italienischen Sparte. Gleichwohl signalisierte Crédit-Agricole-CEO Gavalda zuletzt Bereitschaft, jedes solide präsentierte Projekt einer genauen Analyse zu unterziehen.

Intesa-Angebot und staatlicher Rückzug

Das Übernahmeangebot von Intesa Sanpaolo im Wert von rund 30,6 Milliarden Euro bleibt unterdessen die dominierende Kraft im italienischen Bankensektor. Laut Analysten von Equita erscheint diese Offerte für viele Anleger attraktiv, da sie neben einer Prämie auch signifikante Synergien verspricht. Experten rechnen bei einem Zusammenschluss mit Einsparungen von jährlich mehr als 1,1 Milliarden Euro. Ein zentraler Punkt der Transaktion ist der Zugriff auf den Versicherungskonzern Generali, an dem MPS einen Anteil von 13,32 Prozent hält.

Zusätzliche Dynamik erhält der Prozess durch die Pläne der italienischen Regierung. Das Finanzministerium beabsichtigt Medienberichten zufolge, seine verbleibende Beteiligung an dem Institut bis Ende September vollständig zu veräußern. MPS verfügt derzeit über eine Bilanzsumme von rund 240 Milliarden Euro. Um wettbewerbsrechtliche Bedenken im Falle einer Fusion auszuräumen, spekulieren Marktteilnehmer bereits über den Verkauf von hunderten Filialen an Konkurrenten wie UniCredit oder Unipol.

An der Börse wurde die Nachricht über die mögliche Gegenoffensive heute positiv aufgenommen. Das Papier von Banca Monte dei Paschi Siena notiert bei 11,62 € und konnte damit ein Plus von 1,45 % erzielen. Mit diesem Kursniveau liegt die Aktie derzeit rund 2,43 % unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Während das Management in Siena weiterhin betont, sich auf den bestehenden Geschäftsplan und die Integration von Mediobanca zu konzentrieren, bereitet CEO Lovaglio hinter den Kulissen weitere Schritte vor, um den Übernahmedruck zu moderieren.

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