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Banca Monte dei Paschi di Siena Aktie: Caltagirone tendiert zur Ablehnung

Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 17:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Caltagirone tendiert zur Ablehnung, während Delfin noch prüft; zugleich hat Intesa Sanpaolo über 75 Prozent der nötigen Behördenzustimmungen erhalten.

MPS-Übernahmekampf: Aktionäre entscheiden über Lovaglios Pläne
Moderne Architektur eines Bankgebäudes im goldenen Licht, die eine Atmosphäre finanzieller Entscheidungsprozesse vermittelt. Illustration mit AI erstellt.

Im Übernahmekampf um die Banca Monte dei Paschi di Siena spitzt sich die Lage vor der entscheidenden Hauptversammlung am 29. Oktober zu. Konzernchef Luigi Lovaglio wirbt intensiv um die Unterstützung der beiden Kernaktionäre Delfin und Caltagirone. Sie sollen den Weg für die von MPS geplanten Übernahmeangebote auf Banco BPM und Banca Generali freimachen. Zugleich soll damit der feindliche Vorstoß von Intesa Sanpaolo abgewehrt werden.

An der Börse geriet das Papier der toskanischen Traditionsbank unter Druck. Die Aktie verzeichnete heute ein Minus von 2,9 Prozent auf 11,42 Euro.

Bröckelnde Front vor dem Aktionärstreffen

Für das von Lovaglio vorangetriebene Vorhaben ist eine Zweidrittelmehrheit der Stimmen auf der außerordentlichen Versammlung erforderlich. Die Haltung der Ankeraktionäre gilt daher als ausschlaggebend. Die Holding Delfin hält einen Anteil von 17,5 Prozent an MPS, während die Caltagirone-Gruppe 13,5 Prozent kontrolliert.

Die Unterstützung dieser Schlüsselaktionäre steht auf der Kippe. Wie Milano Finanza berichtet, tendiert Caltagirone zu einer Ablehnung der MPS-Pläne. Delfin wiederum wolle seine Entscheidung erst kurzfristig nach Prüfung durch die Investmentbank Lazard fällen. Hinzu kommt das italienische Finanzministerium mit seinen 4,7 Prozent der Anteile, das der Versammlung fernbleiben will. Ohne die Stimmen dieser Schwergewichte droht Lovaglios Verteidigungsstrategie die parlamentarische Basis zu verlieren.

UniCredit als Option bei Kartellauflagen

Um den Aktionären die Fusionspläne schmackhaft zu machen, brachte Lovaglio gestern bei Bloomberg TV einen weiteren Akteur ins Spiel. Einen Einstieg von UniCredit, etwa im Rahmen von Filialverkäufen, bezeichnete der Vorstandschef als Option. Formelle Gespräche habe es dazu bislang nicht gegeben.

Mögliche Filialveräußerungen könnten notwendig werden, falls Wettbewerbsbehörden bei einer Zusammenführung mit Banco BPM Auflagen erteilen. Lovaglio betonte zugleich, dass bei einer Integration grundsätzlich keine Filialschließungen geplant seien. Einen alternativen Plan B für den Fall eines negativen Votums am 29. Oktober gibt es nach Angaben des Managements nicht.

Intesa treibt Genehmigungsprozess voran

Parallel dazu wächst der Druck durch das konkurrierende Tauschangebot von Intesa Sanpaolo. Der Branchenprimus hat für seine 30,6 Milliarden Euro schwere Offerte nach Angaben des Corriere della Sera bereits über 75 Prozent der notwendigen Zustimmungen ausländischer Behörden erhalten. Die maßgebliche Entscheidung der Europäischen Zentralbank wird für Mitte bis Ende Oktober erwartet.

Lovaglio fordert unterdessen, Intesa müsse den Angebotspreis nachbessern, um für die MPS-Eigner attraktiv zu sein. Die MPS-Führung setzt darauf, dass die anstehende Versammlung Klarheit schafft. Das Treffen soll den Aktionären ermöglichen, zwischen der von Lovaglio geplanten Expansion und dem Angebot von Intesa zu wählen. Ob dieser Plan aufgeht, hängt nun fast vollständig an den Entscheidungen von Delfin und Caltagirone in den kommenden Wochen.

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