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Bajaj Mobility: 89.004 Motorräder abgesetzt

Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 14:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bajaj Mobility steigert Umsatz und Motorradabsatz deutlich, senkt Lagerbestände und verbessert das Ergebnis trotz negativem Free Cashflow.

Bajaj Mobility kehrt operativ in die Gewinnzone zurück
Silhouette eines modernen Motorrads auf urbanem Asphalt bei Sonnenuntergang Illustration mit AI erstellt.

Die Bajaj Mobility AG hat mit der Vorlage ihres Halbjahresberichts den erfolgreichen Abschluss wesentlicher Restrukturierungsschritte sowie eine deutliche operative Erholung bestätigt.

Nachdem die ehemalige Pierer Mobility AG Anfang des Jahres formell umfirmiert wurde und die indische Bajaj Auto Ltd. die Mehrheit übernahm, gelang dem Konzern im zweiten Quartal 2026 die Rückkehr in die Gewinnzone auf operativer Ebene. Das Unternehmen profitiert dabei insbesondere von einer massiven Absatzsteigerung im Kernsegment der Motorräder.

Zweirad-Sparte treibt kräftiges Umsatzwachstum

Der Konzernumsatz kletterte in den ersten sechs Monaten des Jahres um 65 Prozent auf 701,4 Millionen Euro, verglichen mit 425,2 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Maßgeblicher Treiber dieser Entwicklung war der Bereich Motorräder mit den Marken KTM, Husqvarna und GASGAS. In diesem Segment sprang der Umsatz laut Unternehmensangaben um 109,1 Prozent auf 579,6 Millionen Euro.

Weltweit setzte das Unternehmen 89.004 Einheiten ab, was einer Steigerung von 91,9 Prozent entspricht. Ein wesentlicher Teil der Wachstumsstrategie stützt sich auf die enge Verzahnung mit dem Mutterkonzern: Über die Bajaj Auto Ltd. wurden zusätzlich 28.387 Einheiten direkt auf dem indischen Markt abgesetzt. Diese operative Dynamik schlug sich erstmals seit Ende des Sanierungsverfahrens in einem positiven Quartals-EBIT nieder, das im zweiten Jahresviertel bei 1,3 Millionen Euro lag. Im bereinigten Vorjahreszeitraum war hier noch ein Verlust von 164,7 Millionen Euro angefallen.

Fokus auf Lagerbereinigung und Kostensenkung

Neben dem Umsatzwachstum konzentrierte sich das Management auf die finanzielle Konsolidierung und den Abbau von Überkapazitäten. CEO Gottfried Neumeister bestätigte, dass die weltweiten Lagerbestände seit Beginn des Kalenderjahres um 10.190 Einheiten reduziert wurden.

Parallel dazu wurde das Restrukturierungsprogramm weitgehend abgeschlossen. Dieses umfasste unter anderem den Abbau von rund 500 Stellen in den Bereichen Verwaltung und Management, um die Kostenstruktur nachhaltig zu verschlanken.

Um die finanzielle Stabilität nach dem Sanierungsprozess langfristig zu sichern, hatte die Tochtergesellschaft KTM AG bereits Mitte Juli eine Refinanzierung über 550 Millionen Euro abgeschlossen. Die EBITDA-Marge verbesserte sich im Zuge der Maßnahmen auf 8,7 Prozent, was die verbesserte Profitabilität der neuen Konzernstruktur unterstreicht.

Cashflow-Entwicklung dämpft die Marktreaktion

Trotz der operativen Fortschritte reagierten die Anleger am Tag der Ergebnisveröffentlichung, dem vergangenen Donnerstag, zunächst zurückhaltend. Medienberichten zufolge verzeichnete die Aktie an der Wiener Börse zeitweise Verluste von über 6 Prozent.

Belastend wirkte hierbei vor allem der Umstand, dass der Free Cashflow mit minus 22 Millionen Euro weiterhin im negativen Bereich verblieb. Auch die verbleibende Verschuldung des Konzerns steht im Fokus der Investoren.

An der Börse wird die langfristige Erholung dennoch deutlich sichtbar: Seit Jahresbeginn konnte der Wert um 116 Prozent zulegen. Mit einem aktuellen Kurs von 32,45 Euro notiert das Papier allerdings noch rund 17 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch, das Mitte August erreicht wurde. Die kommenden Monate werden zeigen, inwieweit die stabilisierte Kostenbasis ausreicht, um auch den Cashflow nachhaltig zu drehen.

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