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Bajaj Mobility: 550-Millionen-Euro-Refinanzierung abgeschlossen

Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 19:58 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bajaj Mobility steigert den Halbjahresumsatz um 65 Prozent und verkauft deutlich mehr Motorräder. Der Free Cashflow bleibt negativ.

Bajaj Mobility mit starkem Halbjahr und deutlicher operativer Erholung
Moderne, abstrakt gestaltete Industrieumgebung mit Fokus auf industrielle Architektur und wirtschaftliches Wachstum. Illustration mit AI erstellt.

Nach der Umfirmierung und einer umfassenden Restrukturierung zeigt die operative Entwicklung bei Bajaj Mobility eine deutliche Erholung. Das Unternehmen verzeichnete in der ersten Jahreshälfte 2026 einen massiven Umsatzsprung, der vor allem durch die Kernmarken im Motorradsegment getragen wurde.

Während die Aktie am heutigen Donnerstag um 1,6 Prozent auf 31,60 Euro nachgibt, spiegelt die Performance seit Jahresbeginn mit einem Plus von 110 Prozent das wiedergewonnene Vertrauen der Investoren in die neue Unternehmensstruktur wider.

Kräftiges Umsatzplus im Motorradsegment

Der Konzernumsatz kletterte im ersten Halbjahr um 65,0 Prozent auf 701,4 Millionen Euro. Besonders dynamisch entwickelte sich das Geschäft mit den Motorradmarken KTM, Husqvarna und GASGAS. Hier verdoppelten sich die Erlöse nahezu auf 579,6 Millionen Euro, was einem Zuwachs von 109,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht.

Dieser Anstieg korrespondiert mit einem deutlichen Absatzplus: Insgesamt verkaufte das Unternehmen in den ersten sechs Monaten 89.004 Einheiten, was einer Steigerung von 91,9 Prozent gleichkommt.

Medienberichten zufolge profitierte die Gesellschaft dabei von einer starken Nachfrage außerhalb Indiens. Allein im zweiten Quartal wurden über 48.000 Motorräder abgesetzt. Parallel dazu gelang es dem Management, die Lagerbestände seit Beginn des Jahres um mehr als 10.000 Einheiten zu reduzieren, was die Kapitalbindung im Unternehmen spürbar verringerte.

Effizienzsteigerung und Bestandsabbau

Hinter den Wachstumsschub tritt ein tiefgreifendes Sanierungsprogramm. Im Rahmen der Restrukturierung wurden bereits im ersten Quartal rund 500 Stellen abgebaut, wobei der Fokus auf Verwaltungspositionen und dem mittleren Management lag. Diese Maßnahmen zeigen nun Wirkung in der Ergebnisentwicklung.

Das EBITDA lag im ersten Halbjahr bei 37,6 Millionen Euro, was einer Marge von 5,4 Prozent entspricht. Laut einer EQS-Meldung konnte das operative Ergebnis (EBIT) im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 166,0 Millionen Euro verbessert werden.

Trotz der Erholung bleibt die Cashflow-Situation herausfordernd. Der Free Cash Flow für die erste Jahreshälfte wurde mit minus 22,1 Millionen Euro ausgewiesen, was jedoch eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahreswert von minus 38,5 Millionen Euro darstellt.

Die Eigenkapitalquote lag zum Stichtag bei 21,5 Prozent. Zur langfristigen Absicherung der Liquidität schloss das Unternehmen zudem eine Refinanzierung für die Tochtergesellschaft KTM AG über ein Volumen von 550 Millionen Euro ab.

Vertrauen durch Management-Investments

Für die zweite Jahreshälfte plant der Vorstand eine weitere Stabilisierung der Profitabilität. Der Fokus soll dabei auf einer Bereinigung des Portfolios und einer gesteigerten Effizienz bei Produktprojekten liegen.

Dass die Führungsebene an den Erfolg dieses Kurses glaubt, unterstrichen Insider-Transaktionen im späten Frühjahr: Sowohl CEO Gottfried Neumeister als auch CFO Petra Preining erwarben im Mai und Juni eigene Aktienpakete über die Wiener Börse.

Obwohl der Titel derzeit mit rund 20 Prozent Abstand unter seinem 52-Wochen-Hoch von 39,30 Euro notiert, unterstreicht die fundamentale Entwicklung die Abkehr von der Krisenphase der vergangenen Jahre. Die erfolgreiche Namensänderung von Pierer Mobility zu Bajaj Mobility im Januar markierte dabei den symbolischen Startpunkt für den nun sichtbaren Turnaround.

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