Baidu Aktie: Frist für Klägerrolle endet 13. November
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 15:21 Uhr | Redaktion boerse-global.deFür Anleger in der Baidu-Sammelklage rückt eine wichtige Frist näher: Bis zum 13. November können sie die Ernennung zum federführenden Kläger beantragen. Die DJS Law Group hat heute daran erinnert. Im Mittelpunkt des Verfahrens steht der Vorwurf, Baidu habe die Fähigkeit seines KI-Geschäfts übertrieben dargestellt, Rückgänge im traditionellen Werbegeschäft auszugleichen.
Welche Anleger die Frist betrifft
Die Klage betrifft Käufe von Baidu-Wertpapieren vom 18. November 2025 bis zum 17. August. Das Verfahren läuft vor dem Bundesgericht für den Southern District of New York.
Die Frist betrifft den Antrag auf eine federführende Rolle im Verfahren. Nach Angaben der Rosen Law Firm ist diese Rolle keine Voraussetzung für eine mögliche spätere Entschädigung. Die Kanzlei erinnerte heute ebenfalls an den Termin. Laut ihrer Mitteilung von gestern war die Klägergruppe noch nicht gerichtlich zertifiziert.
Damit handelt es sich bei den aktuellen Mitteilungen um Erinnerungen an einen Verfahrensschritt, nicht um eine gerichtliche Entscheidung über die Vorwürfe. Die Behauptungen zu irreführenden Aussagen bleiben Klagevorwürfe.
Geschäftszahlen erklären den Streitpunkt
Die von Pomerantz aufgeführten Ergebnisse verdeutlichen den wirtschaftlichen Hintergrund. Für das Geschäftsjahr 2025 hatte das Management beim KI-gestützten Geschäft ein Umsatzwachstum von 48% auf 40 Milliarden Renminbi ausgewiesen.
Gerade diese Wachstumsstory steht im Zentrum der Auseinandersetzung. Nach Darstellung der Kläger vermittelte Baidu ein überzeichnetes Bild davon, wie weit das KI-Geschäft die Schwäche des traditionellen Online-Marketings auffangen könne. Positive Aussagen zu Geschäft und Aussichten seien deshalb irreführend oder unbegründet gewesen.
Für das zweite Quartal 2026 nennt Pomerantz beim traditionellen Geschäft einen Umsatzrückgang von 23% auf 10,4 Milliarden Renminbi.
Zugleich verlor auch das KI-Geschäft gegenüber dem unmittelbar vorhergehenden Quartal an Dynamik. Damit geriet nicht nur das schrumpfende Werbegeschäft in den Blick, sondern auch die Belastbarkeit des erhofften Ausgleichs.
Das KI-gestützte Kerngeschäft sank gegenüber dem Vorquartal um 8% auf 12,5 Milliarden Renminbi. Diese Ergebnisse veröffentlichte Baidu am 18. August.
Wachstum und Ausgleich sind verschiedene Maßstäbe
Die Zahlen zeigen den entscheidenden Unterschied: Ein Geschäft kann im Jahresvergleich wachsen und gegenüber dem Vorquartal trotzdem schrumpfen. Für die Anlegerklage zählt darüber hinaus, wie Baidu die Fähigkeit dieses Geschäfts zum Ausgleich anderer Umsatzverluste dargestellt hat.
Für betroffene Anleger ist daher zunächst die Antragsfrist maßgeblich. Für die wirtschaftliche Bewertung bleibt die Frage zentral, ob das KI-Geschäft die Rückgänge im traditionellen Geschäft tatsächlich auffangen kann. Die jüngsten Kanzleimitteilungen liefern darauf keine neue operative Antwort; sie konkretisieren den nächsten Termin im laufenden Rechtsstreit.
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