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Bachem Aktie: Sauberes Abwasser als Zukunftssicherung

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 14:20 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ein zweiwöchiger Pilotversuch bei Bachem senkte TFA-Rückstände im Abwasser deutlich. Der künftige Einsatz der Technik bleibt jedoch offen.

Fotorealistische Peptid-Produktionsanlage mit Alpenpanorama im Hintergrund
Bachem Holding AG (CH0012530207) betreibt moderne Peptid-Produktionsanlagen mit Bioreaktoren vor Schweizer Alpenpanorama Illustration mit AI erstellt.

Ein Pilotprojekt am Bachem-Hauptsitz in Bubendorf liefert einen ungewöhnlichen Nachhaltigkeits-Erfolg: Der Peptidhersteller hat gemeinsam mit dem US-Unternehmen Claros Technologies eine Methode getestet, mit der sich die Chemikalie TFA aus industriellem Abwasser fast vollständig entfernen lässt.

Für ein Unternehmen, dessen Wirkstoffe wie Semaglutid weltweit in GLP-1-Medikamenten stecken, ist das mehr als ein Umweltdetail — es geht um regulatorische Absicherung der eigenen Produktion.

Zwei Wochen Testlauf mit klarem Ergebnis

Trifluoressigsäure, kurz TFA, zählt zu den sogenannten Ewigkeitschemikalien und gerät zunehmend ins Visier der Aufsichtsbehörden. In Europa prüfen Regulierer strengere Grenzwerte im Rahmen der REACH-Verordnung, in den USA erwägt die Umweltbehörde EPA eine Aufnahme in ein landesweites Trinkwasser-Monitoring. Für Pharmahersteller, die PFAS-Verbindungen in der Produktion benötigen, wächst damit der Druck, Rückstände im Abwasser in den Griff zu bekommen.

Genau hier setzte der Test an: Über zwei Wochen lief das UV-basierte System ClarosTechUV unter realen Produktionsbedingungen am Bachem-Campus. Die Anlage erreichte oder übertraf dabei die von Bachem vorgegebenen Leistungswerte für den TFA-Abbau. Nach der Behandlung waren laut Unternehmensangaben nur noch sehr geringe Restkonzentrationen der Substanz nachweisbar.

Ein Baustein in der Nachhaltigkeitsstrategie

Für Claros Technologies markiert die Zusammenarbeit den Einstieg in die pharmazeutische Fertigung und den Ausbau des Europageschäfts — ein Erfolg, den das Unternehmen öffentlichkeitswirksam vermarktet.

Für Bachem selbst reiht sich der Test in eine breitere Linie ein: Das Unternehmen positioniert sich als Vorreiter bei der Reduzierung von Umweltbelastungen aus der Peptid- und Oligonukleotid-Produktion, während die Nachfrage nach GLP-1-Wirkstoffen und anderen Therapeutika weiter steigt.

Das System lässt sich nach Angaben der Beteiligten ohne größeren Umbau in bestehende Abwasseranlagen integrieren — ein Vorteil für Standorte, die wie Bubendorf bereits im Vollbetrieb laufen.

Ob und in welchem Umfang Bachem die Technologie über den Pilotversuch hinaus einsetzt, ließen beide Unternehmen offen. Klar ist: Angesichts der schärfer werdenden PFAS-Regulierung in Europa und den USA dürfte das Thema Abwasserbehandlung für Peptidhersteller in den kommenden Jahren an Gewicht gewinnen.

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