AXT Aktie: 47,7 Millionen Vorauszahlungen von Coherent und Casella
Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 10:27 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die strategische Ausrichtung auf spezialisierte Halbleitermaterialien für den Ausbau von Künstlicher Intelligenz (KI) treibt die Geschäftsentwicklung bei AXT massiv voran. Während der Titel im bisherigen Jahresverlauf ein Plus von 418 % verzeichnete, rückte zuletzt die Bedeutung des Unternehmens als Zulieferer für die optische Netzwerktechnik in den Fokus.
Laut einem Bericht von Reuters prüft die US-Regierung derzeit Importbeschränkungen für optische Transceiver aus China, was die Marktposition heimischer Anbieter stärken könnte.
Rekordzahlen durch Nachfrageboom bei Wafern
Das Unternehmen verzeichnete im zweiten Quartal 2026 einen Rekordumsatz von 47,6 Millionen US-Dollar. Dies entspricht einer Steigerung von 164 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Maßgeblicher Treiber dieser Entwicklung ist das Geschäft mit Indiumphosphid-Wafern (InP), die essenziell für die Lasertechnik in KI-Rechenzentren sind.
Die Erlöse in diesem Segment erreichten 30,7 Millionen US-Dollar und machen damit inzwischen fast zwei Drittel des Gesamtumsatzes aus. Im Vergleich zum Vorjahr, als dieser Bereich lediglich 3,6 Millionen US-Dollar beisteuerte, hat sich das Volumen damit vervielfacht.
Um die langfristige Versorgung sicherzustellen, schloss AXT weitreichende Lieferverträge mit den Branchengrößen Coherent aus den USA und Casella aus China ab.
Diese Vereinbarungen umfassen Vorauszahlungen in Höhe von insgesamt 47,7 Millionen US-Dollar und sichern Kapazitätsreservierungen bis zum Jahr 2031. Das Management plant, die Produktionskapazitäten für Indiumphosphid bis zum Jahresende auf rund 60 Millionen US-Dollar pro Quartal auszubauen und diese bis Ende 2027 auf etwa 130 Millionen US-Dollar mehr als zu verdoppeln.
Strategische Neuausrichtung und Kapitalmarkt
Auf Unternehmensebene vollzieht AXT derzeit einen Kurswechsel bei der geplanten Börsennotierung seiner Tochtergesellschaft Beijing Tongmei. Nachdem der Antrag für ein Listing am Shanghai STAR Market Ende Juni zurückgezogen wurde, bereitet das Unternehmen nun einen Börsengang an der Hong Kong Stock Exchange vor.
Dieser Schritt löste Verhandlungen mit elf chinesischen Private-Equity-Fonds über potenzielle Rückforderungsansprüche in Höhe von rund 324,4 Millionen Renminbi aus. AXT betonte jedoch, über ausreichend Liquidität zu verfügen, um diesen Verpflichtungen bei Bedarf nachkommen zu können.
Am Aktienmarkt kam es nach der jüngsten Rallye am Montag zu deutlichen Gewinnmitnahmen, bei denen das Papier zeitweise zweistellig nachgab. Heute notiert die Aktie bei 66,50 Euro. Damit liegt der Kurs weiterhin 48 % unter dem 52-Wochen-Hoch von 128,55 Euro, das am 25. Mai markiert wurde.
Begleitet wurde die Kursentwicklung in den letzten Monaten von Verkäufen durch CEO Morris S. Young, der in sieben Transaktionen Anteile im geschätzten Wert von 37,5 Millionen US-Dollar veräußerte.
Analysten sehen deutliches Aufwärtspotenzial
Trotz der jüngsten Volatilität bewerten Experten die Aussichten positiv. Die Analysten von Needham stuften den Wert am 31. Juli von „Hold“ auf „Buy“ hoch und setzten ein Kursziel von 90 US-Dollar. Zur Begründung verwiesen sie auf neue Verträge mit globalen Laser-Anbietern und eine starke Positionierung im chinesischen Netzwerk-Ökosystem.
Parallel dazu bestätigte Wedbush am 31. Juli die Einstufung „Outperform“ mit einem Kursziel von 93 US-Dollar. Die Experten bezeichneten das abgelaufene Quartal als Wendepunkt und hoben den technologischen Vorsprung des Unternehmens bei der Deckung der KI-basierten Nachfrage hervor.
Für das dritte Quartal 2026 gab AXT bereits eine optimistische Prognose ab und erwartet einen Umsatzanstieg auf 66 Millionen US-Dollar bei einem bereinigten Nettogewinn zwischen 0,30 und 0,32 US-Dollar je Aktie.
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