AXT Aktie: 17-Prozent-Crash nach Jahresrallye
Veröffentlicht am: 11.08.2026 um 16:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Aktie von AXT hat zum Wochenstart eine deutliche Korrektur erfahren, obwohl das Unternehmen zuletzt operative Meilensteine und einen bedeutenden langfristigen Liefervertrag vermelden konnte.
Am gestrigen Montag brach der Kurs im US-Handel um rund 17 Prozent ein, ohne dass unmittelbare neue Unternehmensnachrichten diesen Rückgang auslösten. Am heutigen Dienstag zeigt sich das Papier im europäischen Handel mit einem Stand von 63,30 € und einem Minus von 1,12 % zunächst stabilisiert.
Kurskorrektur nach massiver Jahralrallye
Der jüngste Rücksetzer erfolgt vor dem Hintergrund einer außergewöhnlichen Wertentwicklung im laufenden Kalenderjahr. Trotz des gestrigen Einbruchs verzeichnet der Titel seit Jahresbeginn ein Plus von 392,61 %.
Marktbeobachter führen die Abgaben am Montag primär auf Gewinnmitnahmen zurück, nachdem der Kurs zuvor durch positive Nachrichten über Gebühr gestiegen war. Technisch gesehen notiert der Wert mit 63,30 € weiterhin knapp über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 60,60 €, was die mittelfristige Aufwärtstendenz stützt.
Analysten von Northland Capital Markets hatten das Kursziel für AXT erst kürzlich von 90 auf 125 US-Dollar angehoben und ihre Einstufung auf „Outperform“ belassen.
Dennoch lasteten zuletzt Insiderverkäufe auf der Stimmung: Im vergangenen Quartal veräußerten Firmeninsider Aktien im Wert von rund 27,8 Millionen US-Dollar. Zudem sorgten allgemeine Sorgen über mögliche Zinsschritte der US-Notenbank zeitweise für Verkaufsdruck im gesamten Halbleitersektor.
Rekordumsatz bei Indiumphosphid und Lumentum-Deal
Operativ befindet sich AXT in einer starken Phase. Die Ergebnisse für das zweite Quartal übertrafen die Erwartungen deutlich. Das Unternehmen meldete einen Umsatz von 47,6 Millionen US-Dollar, was einer Verdopplung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht.
Besonders hervorzuheben ist der Rekordumsatz im Bereich der Indiumphosphid-Substrate (InP), der sich auf 30,7 Millionen US-Dollar belief. Das Non-GAAP-Nettoeinkommen lag bei 11,9 Millionen US-Dollar.
Ein zentraler Wachstumstreiber ist der Abschluss eines langfristigen Liefervertrags mit Lumentum. Die Vereinbarung sieht vor, dass AXT bis zum Jahr 2031 Indiumphosphid-Substrate liefert. Im Rahmen dieses Geschäfts erhält AXT Anzahlungen in Höhe von insgesamt 87,5 Millionen US-Dollar.
Parallel dazu konnte ein weiterer Vertrag mit Nanjing Casela über die Lieferung von Wafern für das Jahr 2027 im Volumen von 25,4 Millionen US-Dollar gesichert werden. Der gesamte Auftragsbestand des Unternehmens wird aktuell mit mehr als 100 Millionen US-Dollar beziffert.
Ausblick und strategische Weichenstellungen
Für das dritte Quartal gibt sich die Geschäftsführung optimistisch und prognostiziert einen Gewinn je Aktie (EPS) in einer Spanne von 0,30 bis 0,32 US-Dollar. Dies liegt signifikant über dem im zweiten Quartal erzielten Wert von 0,19 US-Dollar.
Neben der operativen Expansion hat AXT auch strukturelle Änderungen vorgenommen. Die Satzung wurde dahingehend angepasst, dass die Beschlussfähigkeit bei Hauptversammlungen nun bereits bei einem Drittel der ausstehenden Aktien erreicht wird, was die administrative Handlungsfähigkeit erhöhen soll.
Trotz der jüngsten Volatilität bleiben die langfristigen Prognosen einiger Marktbeobachter positiv. Analystenmodelle trauen dem Titel bis Ende 2031 ein Kursziel von über 400 US-Dollar zu, sofern das Wachstum im Bereich der KI-gestützten Halbleiterkomponenten anhält. Kurzfristig bleibt die Aktie jedoch anfällig für Marktschwankungen, wie die Bewegungen der letzten Tage verdeutlichen.
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