AXT, Aktie

AXT Aktie: 10 Prozent höhere InP-Preise

Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 09:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

AXT profitiert von steigenden InP-Preisen und Rekordumsätzen, während der Optik-Sektor unter Gewinnmitnahmen leidet.

AXT: Indiumphosphid-Preiserhöhung und starke Quartalszahlen trotz Sektorflaute
Abstrakte Darstellung von Halbleiter-Wafern und kristallinen Strukturen in einer industriellen Fertigungsumgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

In einem volatilen Marktumfeld für Optik- und Halbleiterwerte zeichnet sich für AXT eine deutliche Entspannung auf der Angebotsseite ab. Während der breitere Sektor für optische Komponenten zuletzt unter Druck geriet, stützen Berichte über eine knappe Versorgungslage und bevorstehende Preiserhöhungen bei kritischen Rohmaterialien die fundamentale Bewertung des Unternehmens.

Insbesondere die steigende Nachfrage nach Indiumphosphid (InP), das eine Schlüsselrolle in der Infrastruktur für Künstliche Intelligenz einnimmt, rückt die Marktstellung des Konzerns erneut in den Fokus der Anleger.

Engpässe treiben Preise für KI-Komponenten

Medienberichten zufolge steht der Markt für Indiumphosphid vor einer signifikanten Preisanpassung. Es wird erwartet, dass die Preise für dieses essenzielle Halbleitermaterial um etwa 10 % steigen werden. Grund hierfür ist eine zunehmende Verknappung des Angebots bei gleichzeitig massiv steigendem Bedarf aus dem Bereich der KI-Laser-Anwendungen.

AXT hat auf diese Entwicklung bereits reagiert und seine Kapazitäten für die InP-Produktion erweitert. Zudem wurden langfristige Lieferverträge mit Branchengrößen wie Lumentum und Coherent gesichert, um die steigende Nachfrage aus Rechenzentren zu bedienen.

Trotz dieser positiven Impulse auf der Produktseite sah sich die Aktie gestern einem schwierigen Branchenumfeld gegenüber. Der gesamte Optik-Sektor verzeichnete deutliche Kursverluste, nachdem Berichte über die Umsatzentwicklung des KI-Unternehmens Anthropic die Erwartungen enttäuschten.

Anthropic meldete für Juli einen jährlich wiederkehrenden Umsatz (ARR) von 65 Milliarden US-Dollar, womit die zuvor kursierenden Markterwartungen von über 80 Milliarden US-Dollar verfehlt wurden. Dies löste eine breite Verkaufswelle bei Hardware-Zulieferern aus.

So verloren Konkurrenten wie Corning am gestrigen Dienstag zeitweise über 10 %, während Fabrinet trotz Rekordumsätzen im vierten Quartal um rund 20 % einbrach.

Strategische Positionierung und Rekordwerte

Die fundamentale Aufstellung des Unternehmens bleibt indes stabil. Vor gut drei Wochen präsentierte das Management die Ergebnisse für das zweite Quartal 2026, in denen CEO Morris Young auf einen Rekordumsatz bei Indiumphosphid verwies.

Der Gesamtumsatz kletterte in diesem Zeitraum auf 47,6 Millionen US-Dollar, verglichen mit lediglich 18,0 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal. Besonders beeindruckend zeigte sich die Entwicklung der Profitabilität: Die GAAP-Bruttomarge sprang auf 44,9 %, nachdem sie im Vorjahr noch bei 8,0 % gelegen hatte.

Diese operative Stärke spiegelt sich trotz der jüngsten Sektorkorrektur in der langfristigen Performance wider. Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier ein deutliches Plus von 441 %. Aktuell notiert der Wert bei 69,48 Euro und liegt damit rund 46 % unter seinem 52-Wochen-Hoch von 128,55 Euro, das im Mai erreicht wurde.

Analysten sehen in der aktuellen Bewertung dennoch Potenzial. Schätzungen gehen davon aus, dass das Unternehmen bis zum Jahr 2029 einen Umsatz von 374,9 Millionen US-Dollar und einen Gewinn von 141,0 Millionen US-Dollar erzielen könnte. Die Experten von Needham bestätigten in einer Einschätzung von vor rund zwei Wochen ihre Kaufempfehlung für den Titel.

Risiken durch Exportkontrollen

Ein wesentlicher Faktor für die künftige Kursentwicklung bleibt die Abhängigkeit vom chinesischen Markt und die damit verbundenen geopolitischen Risiken.

Während die Nachfrage nach optischen Komponenten für KI-Anwendungen ungebrochen scheint, warnen US-Behörden verstärkt vor der Beschaffung chinesischer Speicherchips und Halbleiterprodukte. Das US-Handelsministerium unter Howard Lutnick hat zuletzt Apple explizit vor der Nutzung chinesischer Chips gewarnt.

Für AXT, das über erhebliche Geschäftsbeziehungen und Produktionskapazitäten in China verfügt, bleiben Exportgenehmigungen und internationale Handelsbeschränkungen somit die zentralen Risikofaktoren, die den positiven Ausblick durch die Indiumphosphid-Preiserhöhungen dämpfen könnten.

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